Trifft die Bank eine Mitschuld?:

Überfall am helllichten Tag

Noch immer sucht die Polizei einen jungen Mann, der auf dem Malchiner Marktplatz einem 82-Jährigen einen Beutel voller Geld entrissen hat. Da tauchen jetzt Vorwürfe gegen die Sparkasse auf. Ist hier das Geld allzu leichtfertig dem Rentner übergeben worden?

Die Bank soll das viele Geld vor aller Augen ausgezahlt haben.
Foto: Gina Sanders - Fotolia.com Die Bank soll das viele Geld vor aller Augen ausgezahlt haben.

Einige Zeugen haben sich zwar gemeldet, doch bisher fehlt der Polizei der entscheidende Hinweis: Noch immer ist unklar, wer vor einer Woche einem 82-jährigen Malchiner am helllichten Tag und mitten in der Stadt einen Stoffbeutel mit einer größeren Summe Geld gewaltsam entrissen hat. Die Ermittler rätseln vor allem, woher der Täter wohl wusste, dass der alte Herr mit so viel Geld aus der Sparkasse kam. Einige Malchiner haben dafür durchaus eine Erklärung. In der Sparkasse würden auch höhere Beträge öfter einfach am Service-Schalter über den Tresen gereicht - ohne Rücksicht darauf, wer hier im Kundenraum noch so alles zuschauen kann, heißt es da. Hat womöglich auch der Täter hier mitbekommen, was der 82-Jährige in seinen Stoffbeutel gesteckt hat? Die Polizei hält sich dazu bedeckt.

"Alle Sicherheitsvorschriften eingehalten"

Die Sparkasse räumt dagegen jetzt ein, dass das Geld entweder an der Kasse oder am Service-Schalter im Kundenraum ausgezahlt worden war. Es habe keine Veranlassung gegeben, den Kunden in einen separaten Raum zu bitten, sagt die Pressesprecherin der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, Andrea Peters. "Wir haben den Fall ausgewertet. Es sind alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden. Und es ist nichts falsch gelaufen", versichert Frau Peters. Wo das Geld an den Kunden übergeben wird, entscheiden die Bank-Angestellten vor allem auf Grund der Höhe der Summe.

Kein Hinweis auf Diskretions-Abstand

Im Fall des 82-Jährigen sei nicht aufgefallen, dass jemand vielleicht im Hintergrund spioniert haben könnte. Zwar sind die Schalter kameraüberwacht. Allerdings fehlt ein Hinweis, dass zum Kunden am Schalter zur Diskretion ein gewisser Abstand eingehalten werden müsse. Die Sparkasse hat auch einen sogenannten Diskret-Raum, wo Geld auch ausgezahlt werden kann, ohne dass ein Fremder davon etwas mitbekommt.

"Ganz überwiegend heben unsere Kunden ihr Geld über die Geldausgabe-Automaten ab. Hier ist eine Einsichtnahme durch Dritte faktisch ausgeschlossen", berichtet die Pressesprecherin. Wünscht der Kunde die Auszahlung am Serviceschalter, werde auch hier sehr genau auf Diskretion und die Sicherheit der Kunden geachtet, erklärt Andrea Peters. Und räumt dann ein: "Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass im Einzelfall für Dritte, ohne dass ihnen die Details bekannt werden, zumindest optisch erkennbar bleibt, dass eine Auszahlung erfolgt."

Einen Anlass, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen, sehe die Sparkasse nach dem Raub vor ihrer Malchiner Haustür nicht.

 

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