Konkurrenz Einkaufszentrum:

Unterschwellig lauert die Angst in der City

Einen Erfolg haben Geschäftsleute mit dem zehnten Aktionstag "Teterow offen" gelandet. Das Erscheinungsbild der City lässt sich so deuten. Doch hinter dem äußeren Schein grummelt es. Ein scharfer Konflikt bahnt sich an.

Bald 100 Jahre gibt es das Geschäft Awolin in der Warener Straße in Teterow. Drei Generationen führten es durch Höhen und Tiefen.
Eberhard Rogmann Bald 100 Jahre gibt es das Geschäft Awolin in der Warener Straße in Teterow. Drei Generationen führten es durch Höhen und Tiefen.

Für einen Tag rückten die Alltagssorgen in den Hintergrund. Angesichts der quirligen Menschenmasse, die am Aktionstag "Teterow offen" die Malchiner Straße belebte, hellten sich die Mienen etlicher hier ansässiger Geschäftsleute auf. „So wünscht man sich das öfter“, bekennt Edith Winkler. Sie betreibt die Fleischerei HoWi, einen Familienbetrieb mit fast 70-jähriger Tradition. Zum Jubiläum des Aktionstages hat sie eigens eine „Hexensuppe“ kreiert. Gern probieren die Kunden davon, fachsimpeln über Rezepte. Doch wie lange noch? Diese bange Frage stellt sich Edith Winkler seit Wochen. Wenige hundert Meter weiter wächst indes am Fischersteig ein neues Einkaufszentrum. Die Vielzahl der Gebäude und ihre Ausmaße lassen manchen erschrecken. Diverse Geschäfte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 4400 Quadratmetern werden dort voraussichtlich noch in diesem Jahr eröffnen. Warum die Stadt dies zuließ, kann Edith Winkler nicht verstehen. „Es gibt doch genug Beispiele, die zeigen, dass so etwas der Todesstoß für den kleinen Einzelhandel ist. Will man das wirklich?“

Ihre Sorge wird von vielen Kollegen geteilt. Jörn Awolin hat sein Geschäft in der Warener Straße, einen Steinwurf von der Malchiner entfernt. Doch schon hier ist der Kundenstrom deutlich geringer. Schon vor sieben Jahren hatte Awolin angesichts der Konkurrenz von Drogerieketten in der Nachbarschaft dieses Sortiment aufgegeben. Sein Geschäft bietet seither Parfümerie und Präsente. „Was wir führen, sucht man bei REWE und Co. vergeblich. Ich setze darauf, dass uns die Stammkundschaft auch weiterhin die Treue hält", zeigt sich Awolin zuversichtlich. Doch das Eis, auf dem die Geschäftswelt sich bewegt, ist dünn. Das weiß Heike Ehling nur zu gut. "Noch ziehen die Markttage Kunden in die Innenstadt. Doch auch die bleiben zwischen den Toren. Was davor liegt, ist wie abgeschnitten", ist ihre Erfahrung. Da bleibt angesichts des künftigen EKZ wenig Optimismus. "Die Kaufkraft ist schon gering und wandert weiter ab aus der Stadt."