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Verein und Stadt gehen neue Wege

Sachliche Leistungen statt Geld hin und her zu schieben, lautet die neue Formel der Sportförderung.

Der Vorstand des Gnoiener SV betreibt in Pacht von der Stadt nicht nur das Sportlerhein, sondern ebenso das sanierte Stadion an der Windmühle.
Wolfgang Reinhardt Der Vorstand des Gnoiener SV betreibt in Pacht von der Stadt nicht nur das Sportlerhein, sondern ebenso das sanierte Stadion an der Windmühle.

Entrümpelt haben die Stadt Gnoien und der örtliche Sportverein das Geflecht ihrer vertraglichen Beziehung. Mit Jahresbeginn tritt eine neue Regelung der Sportförderung in Kraft. Deren Grundtenor: Die Stadt sorgt für eine intakte Infrastruktur der Sportanlagen, für die Betriebskosten kommt der Verein auf.

Die Verantwortlichkeiten sind damit klar abgesteckt. Nicht minder wichtig: Die Geldflüsse hin und her sind auf ein Minimum reduziert. Jeder kommt finanziell für seinen Part auf. So stellt die Stadt dem Verein die Warbelsporthalle, die Sportplätze an der Rennbahn sowie das Stadion für den Trainingsbetrieb unentgeltlich zur Verfügung. Gleiches gilt für Wettkampfveranstaltungen von Kindern und Jugendlichen. Für Wettkämpfe von Erwachsenen ist in der Warbelhalle ein Entgelt nach der Benutzungsregelung zu entrichten. Darüber hinaus hat die Stadt dem GSV das Sportlerheim sowie den Sportplatz im Stadion verpachtet. Neben der Pacht zahlt der Verein auch die anfallenden Betriebskosten.

Ausgenommen sind die Beregnung des Stadionrasens sowie die Stromkosten für den Mähroboter. Letztere sind auf 150 Euro jährlich veranschlagt. Bedenken gegen die volle Übernahme der Bewässerungskosten meldete der Stadtvertreter Matthias Focke (CDU) an. Aus seinen Erfahrungen könnten die ins Unermessliche steigen, warnte er. Diesem Einwand folgte die Stadtvertretung nicht. Ottmar Schug, Vorsitzender des GSV, betonte, dass der Verein mit der neuen Regelung sehr gut gestellt sei.

Das sieht sein Amtsvorgänger Wolfgang Reinhardt anders. Er kritisiert, dass die Stadt sich aus der Entschädigungszahlung für die Übungsleiter verabschiedet habe. „Im Fußball haben wir nur noch zwei ausgebildete Übungsleiter“, mahnt Reinhardt.

Bürgermeister Hans-Georg Schörner argumentiert, dass bei Barzahlungen an die Übungsleiter die Stadt im Gegenzug weitere Nutzungsentgelte hätte einfordern müssen. „Gerade das wollen wir nicht. Die Entgelte wären deutlich höher ausgefallen als die Zahlungen an die Übungsleiter.“