War Alkohol schuld?:

Vermieter setzt Brandopfer vor die Tür

Die Schäden nach einem Wohnungsbrand in Teterow sind größer, als anfangs angenommen. Auch wenn die Brandursache weiter unklar ist, hat der Vermieter jetzt gegen den Inhaber der Wohnung, in der das Feuer ausbrach, hart durchgegriffen.

Zwei Wohnungen wurden bei dem Brand vor einer Woche zerstört, der Hausflur muss vom Keller bis zum Dach gereinigt und neu gemalert werden.
Eberhard Rogmann Zwei Wohnungen wurden bei dem Brand vor einer Woche zerstört, der Hausflur muss vom Keller bis zum Dach gereinigt und neu gemalert werden.

Zehn Tage nach einem verheerenden Wohnungsbrand in einem Wohnblock der Teterower Oststadt tappt die Polizei hinsichtlich der Ursache des Feuers noch im Dunkeln. Ein technischer Defekt kann laut Gerd Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Nach Zeugenaussagen hatte zuerst eine Couch in Flammen gestanden. "Die hat sich kaum selbst entzündet. Aber auf welche Weise sie zu brennen begann, ist bislang unklar", sagt Frahm. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von dem Mieter der Wohnung. Der war mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen und konnte bislang nicht befragt werden.

Mann inzwischen in Suchtklinik

In seine Wohnung wird er jedenfalls nicht zurückkehren. Der Vermieter hat ihm nämlich umgehend gekündigt. Damit ist der Mann aber nicht obdachlos. Er hat mittlerweile einen Betreuer und Aufnahme in einer Betreuungseinrichtung für Suchtkranke gefunden, denn auch nach Aussagen von Nachbarn soll das Brandopfer schon seit Längerem schwere Alkoholprobleme haben. Die Wohnung des Mannes ist total ausgebrannt. Am Freitag werde ein Sachverständiger klären, ob vor den Malern doch noch die Maurer tätig werden müssen, um Estrich und  Wandputz zu erneuern, sagte Manuela Hilse, Geschäftsführerin der Teterower Wohnungsgesellschaft.

Gesamtschaden bis zu 50.000 Euro

Komplett neu hergerichtet werden muss auch die gegenüberliegende Wohnung im Erdgeschoss. Die dort lebende Familie hatte nach dem Brand eine Ferienwohnung in einem gegenüberliegenden Wohnblock bezogen. Bis Donnerstagmittag war ihr gesamtes Mobiliar ausgeräumt und eingelagert beziehungsweise entsorgt. Auch des Treppehaus und drei weitere Wohnungen müssen komplett renoviert werden. Den Gesamtschaden beziffert sie aus jetziger Sicht mit 30 bis 50 Tausend Euro. Bis Mitte März, so ihre Prognose, sollen alle Schäden behoben sein.

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