Rückstand im Training:

Vielen Sportschützen fehlt die Disziplin

Da ist das Gesetz streng. Wer als Sportschütze eine Waffe besitzt, muss regelmäßig damit trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. In Stavenhagen hat man offenbar Probleme diese Regeln auch einzuhalten.

Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es insgesamt 3839 Waffenbesitzer. Foto: Patrick Pleul
Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es insgesamt 3839 Waffenbesitzer. Foto: Patrick Pleul

Wenn Rüdiger Däbel freitags zum Schießtraining geht, dann trifft er nur selten manch Schützenbruder in der Halle. „Es sind aber viel mehr Waffen im Umlauf“, weiß er. Wer das Bedürfnis angemeldet habe, eine Waffe zu besitzen, solle bitteschön auch regelmäßig damit üben. Doch an den Vereinsmeisterschaften oder anderen Wettbewerben der Schützengesellschaft Stavenhagen nehmen nur wenige teil.

Das Waffengesetz schreibt vor, dass mindestens 18-mal im Jahr die Scheibe ins Visier genommen werden muss. Das sei für jeden Pflicht, der eine Besitzkarte hat. Nur daran scheint sich offenbar nicht jeder Sportschütze zu halten. Für die Sport-Verweigerer kann das Folgen haben. Es droht der Entzug der Berechtigung, warnt der neue Vereinschef Ingo Rehberg.

Durchschnittlich hat jeder Schütze etwa fünf Waffen

Rehberg findet auch, dass der Schießsport im Verein wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden muss. „Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, um den sportlichen Aspekt zu aktivieren“, meint der neu gewählte Vorsitzende. Dann würden auch wieder mehr Stavenhagener an Landes- oder Kreiswettbewerben teilnehmen. Über die Vereinsmeisterschaft, die bereits im Januar beginnt, laufe dafür die Qualifizierung. Wichtig sei es vor allem, jüngere Leute für den Schießsport zu begeistern.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es nach den Zahlen der Verwaltung 3839 Waffenbesitzer, darunter vor allem Sportschützen und Jäger. Wie Kreis-Sprecherin Haidrun Pergande ausführt, verfügen diese über insgesamt 15 580 Waffen, davon 11 928 Langwaffen (Büchsen/Flinten) und 3652 Kurzwaffen (Pistolen/Revolver). Im vergangenen Jahr seien im Kreis keine Verfahren eingeleitet worden, um eine waffenrechtliche Erlaubnis zu widerrufen. „In allen bekannt gewordenen Fällen wurden die waffenrechtlichen Erlaubnisse freiwillig abgegeben und die Waffen an Berechtigte überlassen“, erklärt die Pressesprecherin.

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