Panik im Stall:

Vogelgrippe-Arrest wird seltenen Tieren zum Verhängnis

Die wegen der Vogelgrippe verordnete Stallpflicht hat im Haustierpark Lelkendorf Opfer unter seltenen Hausgeflügelrassen gefordert. Ausgerechnet die Mafia sorgte jetzt aber auch für erfreuliche Nachrichten.

Die Diepholzer Gänse schütteln erleichtert ihr Gefieder aus. Doch die Vogelgrippe hat auf ihrem Hof in Lelkendorf Opfer gefordert - auch ohne eine Ansteckung.
Jürgen Güntherschulze Die Diepholzer Gänse schütteln erleichtert ihr Gefieder aus. Doch die Vogelgrippe hat auf ihrem Hof in Lelkendorf Opfer gefordert - auch ohne eine Ansteckung.

Auch Tiere können sich offenbar ganz ausgelassen freuen. Als das Tierpark-Personal in Lelkendorf vor einigen Tagen Hühner, Gänse und Tauben nach der verordneten Stallpflicht erstmals wieder an die frische Luft lassen konnte, da flatterte das Geflügel begeistert in den Gehegen, putzte sich das Gefieder oder ging gleich im Teich oder in den Wasserschalen baden.

Doch acht Tiere haben den Hausarrest, der über mehrere Wochen wegen der Vogelgrippe verordnet worden war, nicht überlebt. Darunter seltene Vorwerk-Hühner, die ungarische Lockengans, aber auch ein französisches Rotkopf-Schaf, das für das Geflügel Platz machen musste. Da die Ställe öfter gereinigt werden mussten, flatterte das Geflügel durcheinander, ohne genügend Fluchtmöglichkeiten zu haben. Kreislauftote seien dadurch geradezu provoziert worden, erklärt Tierparkleiter Dr. Jürgen Güntherschulze.

Ärger über Massentierhaltung

In der vergangenen Woche war die Stallpflicht nun wieder aufgehoben worden. „Damit endet zum Glück so kurz vor Weihnachten eine umstrittene Politik, die vor allem Privat-Haltern und Landwirten die Freude an der Haltung einer Vielfalt landwirtschaftlicher Hausgeflügelrassen versaut hat“, meint Güntherschulze. Als Verursacher der Krankheit sieht er die industrielle Massentierhaltung, die auch diesmal wieder nicht in ihre Schranken verwiesen worden sei.

Doch es gibt zum Jahresende auch erfreuliche Nachrichten aus dem Lelkendorfer Haustierrassenpark. Früher als in den Jahren zuvor hat nämlich die letzte diesjährige Geburtenphase begonnen. Im riesigen Freigehege des Parks haben die berühmten Mafia-Ziegen aus Sizilien vier Mädchen geboren, die noch unbedingt vor Weihnachten das Licht der Welt erblicken wollten. Sie toben jetzt bereits  mit ihren Müttern im Gehege herum.

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