Übungsplatz auf Ruinenareal:

Von Malchin aus zu den Katastrophen weltweit

Das alte Betonwerk von Malchin ist nur noch eine Industrieruine. Für die heutigen Besitzer war dies aber der Grund, weshalb sie das Grundstück einst ersteigerten. Sie üben in diesen Trümmern, wie man mit Hilfe von Hunden Menschenleben retten kann.

Auf dem Vereinsgelände in Malchin hat es schon erste Übungen gegeben.
Iris Diessner/Archiv Auf dem Vereinsgelände in Malchin hat es schon erste Übungen gegeben.

Was Malchin zum Beispiel mit den Philippinen verbindet, erschließt sich nicht sofort. Man könnte aber auch andere Gebiete nennen, in denen sich in den vergangenen Jahren Naturkatastrophen ereignet haben. In Malchin gibt es nämlich seit viereinhalb Jahren einen Trainingsplatz für Rettungshundestaffeln.

Der Bundesverband Rettungshunde hatte damals das Gelände des alten Betonwerkes in Malchin ersteigert und nutzt es seitdem als Trainingsstätte. Mehr als 40 Übungen, an denen Retter mit ihren Hunden aus ganz Deutschland teilnahmen, hätten hier bereits stattgefunden, erklärt Gabriel Fibinger von der Rettungshundestaffel Vier Tore.

Und einige von ihnen seien direkt nach Übungen in Malchin vor einem Jahr in die Philippinen geflogen, um dort nach dem Taifun zu helfen. Gabriel Fibinger war zur Stadtvertretersitzung nach Malchin gekommen, um noch einmal zu erklären, wie wichtig das Trainingsgelände für die Retter sei. Hier sollten die Stadtvertreter ihre Zustimmung zur Nutzungsänderung für das Betonwerk geben. „Für uns ist das Gelände von großer Bedeutung, denn die große Fläche im Industriegebiet bietet uns gute Bedingungen für ein Trümmer-Übungsgelände“, sagt Gabriel Fibinger. Hier störten sie niemanden und in den vergangenen Jahren sei auch noch nie eine Beschwerde bekannt geworden.

Stadtvertreter fürchten abschreckende Wirkung

Etwa ein Drittel der bundesweit bis zu 300 Mitglieder aus dem Bundesverband Rettungshunde hätten schon mindestens einmal in Malchin trainiert, weiß der Vorsitzende der Rettungshundestaffel Vier Tore. Auch mit dem Technischen Hilfswerk (THW) Demmin habe man gemeinsame Übungen in Malchin absolviert. „Das ist schon eine einzigartige Stätte in Deutschland, in der wir mit unseren Hunden üben können, Menschen aus Trümmern zu retten“, so Fibinger.

Trotzdem gab es Bedenken bei den Stadtvertretern. Der Anblick der Trümmer könnte Urlauber abschrecken, Sichtschutz und Erklärungstafeln seien sinnvoll, meinte Werner Neumann (CDU). Gabriel Fibinger teilte mit, dass der Verband, der sich nur aus Spenden finanziert, in den viereinhalb Jahren insgesamt 450 000 Euro in das Gelände gesteckt habe. Etwa 200 000 Euro davon, um dort illegal gelagerten Hausmüll der Malchiner zu entsorgen. „20 000 Euro benötigen wir pro Jahr, nur um den Zaun immer wieder zu reparieren“, sagte er. Der Verband beabsichtige, das ehemalige Verwaltungsgebäude  als Unterkunft für die Retter herzurichten. Ein anderes Gebäude, in dem es einmal gebrannt hat, solle abgerissen werden.

Aber dafür bitte er um Geduld. Die wollten die Stadtvertreter in der Mehrheit auch aufbringen und stimmten für das gemeindliche Einvernehmen zur Nutzungsänderung.

 

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