Mörderische Attacke:

War es doch ein Wolf?

Der Fall sorgte für Aufsehen: Von einem Reh waren im Frühjahr nach einer brutalen Attacke nur noch die Hinterläufe übrig. Jetzt liegt die Auswertung der DNA-Spuren vor. Sie wirft aber nur noch neue Fragen auf.

Nur die Hinterläufe waren von dem Reh übriggeblieben. Ein Jäger hatte versucht, DNA-Spuren zu sichern.
Dirk Wortmann Nur die Hinterläufe waren von dem Reh übriggeblieben. Ein Jäger hatte versucht, DNA-Spuren zu sichern.

Es war ein grausiges Bild, das sich dem Jäger Dirk Wortmann Ende April bot. Er hatte in der Nähe des Darguner Ortsteiles Barlin einem übel zugerichteten Reh den Gnadenschuss gegeben und das tote Tier zunächst an einem Busch hochgezogen. Als er später zurückkehrte, um es zu vergraben, fand er die Ricke etwa 30 Meter entfernt – oder besser: das, was von ihr übrig war. Lediglich die beiden Hinterläufe mit gebrochenen Oberschenkel lagen im Gras. „Erst diese Verletzungen. Und dann nur noch die Hinterläufe. Hunderisse habe ich ja schon gesehen, aber das hier...“, wunderte sich Wortmann damals.

Was folgte, war ein wochenlanges Rätselraten, welche Bestie ein Reh auf diese grausame Weise wohl erlegt haben könnte. Kommt ein Wolf überhaupt in Frage, wenn von einem Reh nur die Hinterbeine übrig geblieben sind?

Probe genommen

Jäger Wortmann hatte damals schnell reagiert. Er nahm von den Gebeinen eine Watte-Tupfprobe und legte sie in einem verschlossenen Röhrchen in einen Kühlschrank, bevor die Probe dann zum Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie nach Güstrow kam. Die Auswertung zog sich monatelang hin. Doch nun liegt das Ergebnis der DNA-Analyse auf dem Tisch. Und das ist ziemlich enttäuschend: „Am Tupfer ist kein Material gefunden worden, das sich einem Tier zuordnen lässt“, teilt Kristin Zscheile vom Güstrower Landesamt mit.

Auch für sie ist der Fall damit weiterhin mysteriös. „Bei einem Wolfsriss bleibt eigentlich die Wirbelsäule und der Kopf übrig“, meint die Expertin. Dass sich andere Tiere hier noch bedient haben könnten, ist in der Kürze der Zeit eher unwahrscheinlich.„Das Wild hatte sich zu dieser Zeit ganz anders verhalten, war sehr scheu. Jetzt ist es wieder normal“, so Dirk Wortmann. Er hält trotz aller Ungereimtheiten den Wolf für den wahrscheinlichsten Täter.

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