Vermissten-Suche auf dem Malchiner See:

Was lief schief bei der Polizei?

Eine Woche lang hatte die Polizei nach dem vermissten Malchiner gesucht. Doch erst Freunde und Verwandte haben dann den leblosen Körper entdeckt. Die Polizei meint dennoch, alles richtig gemacht zu haben. Ganz stimmt das wohl nicht.

Bootswechsel am kleinen Strand von Seedorf. Der Motor hatte schlapp gemacht. Nicht die einzige Panne bei der Vermissten-Suche auf dem Malchiner See.
Torsten Bengelsdorf Bootswechsel am kleinen Strand von Seedorf. Der Motor hatte schlapp gemacht. Nicht die einzige Panne bei der Vermissten-Suche auf dem Malchiner See.

Uwe Becker rief am Montagfrüh gleich die Polizei an. Der Hundeführer wollte ganz genau wissen, an welcher Stelle im Malchiner See am Wochenende der verunglückte Freizeitskipper gefunden worden war. Immerhin hatten die Spürhunde bei der Suche auf dem See mehrfach an einer Stelle angeschlagen. Doch war es auch die richtige? Wo die Hunde etwas gewittert hatten, waren dann Taucher ins Wasser gestiegen. Sie fanden allerdings nichts. Dennoch meint die Polizeiinspektion in Neubrandenburg, dass die Hunde nicht weit vom Fundort der Leiche angezeigt hätten. Das sehen Mitglieder des Suchtrupps aber anders. Mindestens 600 Meter sollen zwischen den beiden Stellen gelegen haben, heißt es. Haben die Spürhunde damit vielleicht eine ganz falsche Fährte gesetzt?

Die Polizei glaubt, bei der großangelegten Suche alles richtig gemacht zu haben. „Mir fällt nichts ein, was man noch hätte machen können“, sagt die Sprecherin der Neubrandenburger Polizeiinspektion, Karen Lütke. Dass am Wochenende Freunde und Verwandte des Verunglückten auf eigene Faust weiter machten und den Vermissten schließlich auch fanden, damit hat die Polizei kein Problem. „Wir haben das gemacht, was möglich ist. Es gab keine weiteren Anhaltspunkte, um die Suche fortzusetzen“, meint Karen Lütke.

Und dennoch ging bei den Einsätzen in der vergangenen Woche allerlei schief. So hatte gleich zu Beginn der Suche erst einmal die Technik versagt. Der über 20 Jahre alte Motor am Schlauchboot der Wasserschutzpolizei streikte, sodass Ersatz herangeschafft werden musste. Aufgefallen war Helfern der Suchaktion, dass die Wasserschutzpolizei zu Wochenbeginn überhaupt nicht eingewiesen worden war, wo denn nun das verlassene Boot entdeckt wurde und der Vermisste eventuell über Bord gegangen sein könnte.

Warnende Stimmen gab es von Anfang an, sich nicht zu sehr auf die Spürhunde zu verlassen, die eben bei der Suche auf dem Wasser auch ganz schön daneben liegen können. Einräumen musste die Wasserschutzpolizei inzwischen auch, dass sie mit ihrem in Malchin stationierten Boot den Malchiner See überhaupt nicht erreichen kann. Das schnelle Polizeiboot, das gute Dienste hätte leisten können, passt überhaupt nicht durch die Brücken des Dahmer Kanals, der zum Malchiner See führt.

Schließlich scheint es auch mit der Kommunikation innerhalb der Polizei nicht zum Besten zu stehen. Im Malchiner Polizeirevier hatten die Beamten am Sonntagnachmittag noch keine offizielle Information, dass am Vorabend der Vermisste gefunden worden war. Und damit die Suche nun endgültig ein Ende hatte.

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