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Wasserkraftwerk wird zur Todesfalle

Eine Anwohnerin schlägt Alarm. Sie zählt seit Dezember täglich bis zu 50 tote Fische vor der Turbinenanlage des Wasserkraftwerks an der Gielower Mühle.

Eins von vielen Beweisfotos: tote Fische auf dem Beton der Reinigungsanlage des Gielower Wasserkraftwerks.
Gertraude Röder Eins von vielen Beweisfotos: tote Fische auf dem Beton der Reinigungsanlage des Gielower Wasserkraftwerks.

Mit Fischkrankheiten hat es wohl nichts zu tun, wenn an der Wassermühle bei Gielow jeden Tag etliche Schuppentiere zu Grunde gehen. Dennoch hat die Anwohnerin Gertraude Röder bis zu 50 Fische gezählt und fotografiert - jeden Tag. Begonnen hat das Fischesterben an der Ostpeene zu Weihnachten und dauerte bis weit in den Januar an.

Die Tiere werden vor den Turbinen des Wasserkraftwerks von der Reinigungsanlage aufs Trockene gehoben. Dort verenden sie, wenn sie nicht vorher schon tot waren. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so bleiben soll mit dem Fisch", sagt Gertraude Röder. Die Fische - kleine aber auch schon größere Hechte - würden neben der Anlage zusammen mit Laub auf einen Haufen gekippt.

Anlage soll überprüft werden

Das immer einige wenige Fische an solchen Anlagen sterben, das ist für Bodo Heise, Dezernent des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU), normal. Er wundert sich indes über die hohe Anzahl. "Die Stromgeschwindigkeit ist nicht so, dass die Fische nicht wegschwimmen könnten", betont er. Heise ist dankbar für diesen Hinweis aus der Bevölkerung. Seine Mitarbeiter würden sich die Anlage an der Gielower Mühle aber noch einmal ansehen.

Im Landesangelverband ist man nicht begeistert von solchen Zahlen. "Wir haben zwar derzeit ein Problem an einer Anlage, in der auch richtig große Aale und noch viel mehr Fische sterben", sagt Andreas Schlüter, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Landesangelverband. Aber auch der Fischverlust von 50 Fischen am Tag sei deutlich zuviel. Das deute daraufhin, dass viele der Flossentiere es nicht schaffen, der Strömung und dem Sog zu entkommen. In den vergangenen Wochen sei ja sehr viel Wasser in den Flüssen gewesen. Dadurch erhöhe sich die Fließgeschwindigkeit. Und weil die Fische im Winter nichts essen und ohnehin träger sind, seien nicht alle in der Lage, dem Sog zu entkommen.