Tierquälerei in Teterow:

Wer tut denn so etwas und schießt auf Katzen?

Ein Teterower vermutet, dass jemand in der Stadt auf Samtpfoten zielt. Schon zwei Mal ist sein Kater im Bereich der Rostocker Straße und Reuterstraße verletzt worden. Nun hofft der Katzenbesitzer auf Hinweise.

Der Kater Tinko macht es sich gern auf seinem Schlummerplatz auf dem Fensterbrett bequem. Nun ist er verletzt.
Burghard Bartelt Der Kater Tinko macht es sich gern auf seinem Schlummerplatz auf dem Fensterbrett bequem. Nun ist er verletzt.

Burghard Bartelt aus Teterow hat einen schlimmen Verdacht. „Gibt es in der Stadt jemanden, der mit dem Luftgewehr auf Katzen schießt?“, fragt er. Und das vielleicht sogar häufiger? Schon im vergangenen Jahr fand Bartelt bei seinem kastrierten Kater Tinko eine Einschussstelle am Hinterlauf. Der Teterower vermutet, dass sie von einem Diabolo-Geschoss stammt. Das habe sich der Kater wahrscheinlich selbst herausgerissen. Jetzt ist er schon wieder verletzt. „Vor 14 Tagen passierte dasselbe.“ Der Kater habe jetzt eine Stelle am Vorderlauf.

Katzenbesitzer macht sich große Sorgen

„Für mich deutet sehr vieles darauf hin, dass mein Kater angeschossen wurde“, sagt Burghard Bartelt. Denn der Freigänger sei sonst immer auf den Hinterhöfen und Gärten im Karree Rostocker Straße, Otimarstraße, Reuterstraße unterwegs. „Ich glaube nicht, dass er dieses Karree verlässt.“ Nun traue sich das Tier gar nicht mehr vom Grundstück von Burghard Bartelt weg. „Da muss etwas passiert sein“, ist sich der Katzeneigentümer sicher.

Bartelt kann seine Vermutung zwar nicht beweisen. Er könnte sogar Verständnis aufbringen, dass Gartenbesitzer verärgert sind, wenn eine Katze in ihren Beeten wühlt. Doch da müssten sie nicht gleich mit dem Luftgewehr schießen, meint der Teterower. „Es gibt auch andere Methoden, um Katzen zu verscheuchen.“ Man könne zum Beispiel einen Erdklumpen nehmen und nach den Tieren werfen.

Dass jemand mit dem Luftgewehr auf Katzen schießen soll, davon hat der Teterower Revierleiter Dirk Höhlein noch nichts gehört. Es habe auch lange Zeit keine Anzeige gegeben. „Wenn überhaupt, dann passiert so etwas einmal in fünf Jahren“, sagt er.

Tierschützerin empört

Die Tierärztin Hendrike Böttcher musste lange Zeit keine angeschossene Katze versorgen. „Meist waren es nur Zufallsfunde“, erzählt sie. Da habe sie die Luftgewehr-Munition auf Röntgenbildern entdeckt. „Aber auch die Dunkelziffer ist sehr hoch“, betont sie. Denn Katzen zeigten meist keine Reaktion auf die Einschüsse. Lothar Härtelt, Tierarzt im Ruhestand, hat nur ein einziges Mal einer Katze ein Geschoss entfernen müssen. Das sei noch in Grabowhöfe gewesen. Tierarzt Peter Gierschner musste noch keine angeschossene Katze versorgen.

„Es werden gar nicht alle Fälle gemeldet“, weiß Margarete Zwerg, Vorsitzende des Tierschutzvereins Teterow und Umgebung. Der Verein betreue noch eine Katze, in der einmal viele Luftgewehr-Geschosse steckten. Die meisten Kugeln habe der Tierarzt entfernen können. Zwei bis drei davon habe man aber nicht herausbekommen. „Das wäre sehr aufwändig“, erläutert Margarete Zwerg. Sie findet es furchtbar, dass Menschen auf solche kleinen Lebewesen schießen. „Das ist charakterlos. Es vergessen alle, dass diese Katzen auch Schädlinge wie Ratten und Mäuse fernhalten.“

Garstiger Kater unterwegs?

Für Hendrike Böttcher könnte es aber auch noch einen ganz anderen Grund geben, warum Bartelts Kater sich nicht vom Grundstück traut. „Manchmal streift auch ein garstiger Kater in der Nachbarschaft herum“, vermutet sie. Die wild lebenden Tiere kämen zum Winter wieder in die Städte zurück. Sie seien ziemlich aggressiv. Da wäre es denkbar, dass der kastrierte Kater Respekt vor dem wild lebenden Tier hat.

Burghard Bartelt möchte es trotzdem genau wissen. Er bittet alle Teterower darum, die gehört oder gesehen haben, wie jemand mit dem Luftgewehr auf Katzen schießt, sich im Teterower Polizeirevier zu melden.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (1)

Was im Beitrag vergessen wurde ist, dass es ein Tierschutzgesetz gibt. Tierquälerei steht unter Strafe. Und das würde in diesem Fall greifen.