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Wie kommt der Notarzt ins Krankenhaus?

In dieser Woche wollen die Straßenbauer die Einfahrt zur Rettungsstelle dichtmachen. Die Klinik hat vorgesorgt und sich nach längerem Streit mit der Stadt extra eine eigene Zufahrt gebaut. Nur: Die Blaulicht-Fahrzeuge wollen da gar nicht lang.

Große Hinweisschilder sollen am Malchiner Krankenhaus die Durchfahrt für die Rettungsfahrzeuge frei halten. Eine Baustelle bereitet allerdings Probleme.
Torsten Bengelsdorf Große Hinweisschilder sollen am Malchiner Krankenhaus die Durchfahrt für die Rettungsfahrzeuge frei halten. Eine Baustelle bereitet allerdings Probleme.

Der Notarzt-Wagen in der Dr.-Wilhelm-Arnold-Straße? Was war da wohl passiert am frühen Dienstagmorgen in Malchin? Notarzt Thomas Hanff hatte die Strecke gewählt – einfach mal zum Testen. Denn die Zufahrt über die Arnold-Straße hatte das Krankenhaus in den vergangenen Wochen extra ausbauen lassen, damit die Rettungsstelle auch während der Bauarbeiten in der Basedower Straße ständig ungehindert zu erreichen ist. „Wir sind dem Krankenhaus auch sehr dankbar für diese Option“, sagt Notarzt Hanff. Im Notfall will er dann aber doch lieber an der Baustelle vorbei durch die Basedower Straße zum Krankenhaus kommen. Das sei besser, als mit Blaulicht und möglicherweise Sirene die enge Arnold-Straße entlang durch ein Wohngebiet zu fahren.

Kein Risiko eingehen

Hat das Krankenhaus die neue Rettungsgasse für rund 18 000 Euro damit völlig umsonst angelegt? Die Stadt Malchin hatte sich im vergangenen Jahr bereits geweigert, eine Ausweichzufahrt zu bauen. Die Baubetriebe hätten schließlich versichert, dass das Krankenhaus jederzeit von der Basedower Straße aus erreichbar bleibt. Allein auf dieses Versprechen wollte sich das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, zu dem das Malchiner Krankenhaus gehört, aber nicht verlassen. Man könne auf keinen Fall ein Risiko eingehen, die Versorgung der Patienten habe nun einmal oberste Priorität, hieß es aus dem Klinikum, das auch schon eine Schadensersatzklage gegen die Stadt nicht mehr ausschloss. „Wir werden uns natürlich genau anschauen, ob die Zusagen zur Erreichbarkeit des Krankenhauses eingehalten werden. Wenn ja, dann haben wir vielleicht zu viel getan. Wenn aber nicht, dann werden wir andere an den Kosten der neuen Zufahrt beteiligen“, meinte der Technik-Chef des Klinikums, Jens Drobek.

In dieser Woche Sperrung

Bisher sieht es nun danach aus, dass das Krankenhaus wohl auf den Kosten sitzen bleibt. „Die Planer haben für diese Baustelle ganze Arbeit geleistet“, schätzt Notarzt Thomas Hanff ein. Am Dienstag war die Rettungsstelle des Krankenhauses immer noch von beiden Seiten der Basedower Straße aus zu erreichen – noch in dieser Woche soll die Zufahrt von der Zachow-Kreuzung aus aber gesperrt werden.

„Dann werden wir aus Richtung Marktplatz über die Scheunenstraße zur Rettungsstelle fahren“, meint Thomas Hanff. Und die Arnold-Straße? Da geht es nur durch, wenn es wirklich nötig ist. Im Moment sieht der Notarzt dafür aber keine Notwendigkeit.