Mysteriöse Entdeckung:

Wie kommt die Wolfsspur auf das Kirchendach?

Zwei merkwürdige Ziegelsteine sind bei den Sanierungsarbeiten auf dem Südschiff der St. Johanniskirche entdeckt worden. Ausgerechnet ein dänischer Jäger kann die seltsame Tierspur deuten.

Die Wolfsfährte auf dem Ziegelstein vom Kirchendach: Pastor Thomas Waack (rechts) zeigt den ungewöhnlichen Abdruck. Daneben sein Kollege Hansen Keld aus der evangelischen Gemeinde Östrup.
Die Wolfsfährte auf dem Ziegelstein vom Kirchendach: Pastor Thomas Waack (rechts) zeigt den ungewöhnlichen Abdruck. Daneben sein Kollege Hansen Keld aus der evangelischen Gemeinde Östrup.

Pastor Hansen Keld schwärmt von seinem Besuch in Malchin. „Wir erleben hier so vieles, was wir aus Dänemark gar nicht kennen. Und die Leute sind alle wirklich sehr nett hier“, meint der Gast von der dänischen Insel Fünen, der mit einer kleinen Gruppe für einige Tage die Malchiner Kirchgemeinde besucht.

Am Mittwoch hatte Malchins Pastor Thomas Waack für die Dänen eine ganz besondere Überraschung. Bei den Dacharbeiten auf dem Südschiff der St. Johanniskirche waren den Arbeitern nämlich zwei Ziegelsteine aufgefallen, die sie sofort dem Pastor zeigten.

„Die Steine müssen bei einem Mauerwechsel schon einmal ausgetauscht worden sein“, meint Thomas Waack. Von einem der Ziegel ist sogar die Jahreszahl bekannt. 1793 hat da jemand in den Stein geritzt, dazu den Namen D. C. Riemer. Hier hat sich offenbar bei den Mauerarbeiten jemand verewigt.

Der zweite Ziegel ist besonders bemerkenswert. Er zeigt den Abdruck einer Tierpfote, von einem ziemlich großen Tier, wie der Pastor einschätzt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wenn die Ziegel zum Trocknen auslagen, mag es vorgekommen sein, dass dann einmal ein Tier darüber gelaufen ist und seinen Abdruck hinterließ.

Bei dieser Pfote handelt es sich allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Wolf. Da ist sich jedenfalls ein Jäger aus den Reihen der dänischen Gäste ziemlich sicher. Ein Wolf in einer hiesigen Ziegelei? Das dürfte auch vor über 200 Jahren ziemlich ungewöhnlich gewesen sein.

Bei den Dacharbeiten, die laut Pastor Waack dringend nötig sind, werden die beiden merkwürdigen Ziegelsteine, wohl nicht die einzigen Überraschungen bleiben. So sind hoch oben im Mauerwerk noch die Jahreszahl 1716 und der Name Möller zu lesen. Einige Wochen werden die Dacharbeiten noch dauern.

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