Dornröschenschlaf:

Wie konnte Malchin nur diesen Sportplatz vergessen?

Nachdem vor elf Jahren die Malchiner Blumenschule geschlossen wurde, geriet auch ihr Sportplatz in Vergessenheit. Doch der ist trotz der vielen Jahre noch in einem erstaunlich guten Zustand. Warum blieb er so lange unbeachtet? Wo doch die Stadt einen öffentlichen Bolzplatz gut gebrauchen könnte.

Seit elf Jahren offiziell nicht mehr genutzt und dennoch intakt: Der Sportplatz der ehemaligen Blumenschule in Malchin.
Torsten Bengelsdorf Seit elf Jahren offiziell nicht mehr genutzt und dennoch intakt: Der Sportplatz der ehemaligen Blumenschule in Malchin.

Als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Die Malchiner Blumenschule am südlichen Stadtrand ist seit elf Jahren verschwunden. Was den Abriss bis heute überstanden hat, ist allerdings ihr Sportplatz. Der rote Tartan-Belag ist etwas verblichen, doch die beiden Fußballtore haben sich über die vielen Jahre gegen den Vandalismus behaupten können und auf der Laufbahn müsste nur der Sperrmüll zur Seite geräumt werden. Selbst die Markierungen auf der Spielfläche sind noch gut erhalten. Dass der 1994 angelegte Sportplatz mit der Schließung der Schule seine Existenzberechtigung eigentlich längst verloren hat, ist ihm wahrlich nicht anzusehen. Selbst der hohe Zaun, der die benachbarten Wohnhäuser vor scharfen Ballschüssen schützen soll, ist völlig intakt. An dem Gitter hängt noch ein Paar Sportschuhe, das hier wohl jemand mal vergessen hat.

Viele Kinder wollen ohne Verein Sport machen

Diese Spiel- und Wettkampfstätte liegt nun schon so viele Jahre brach, obwohl doch Malchin nicht einen einzigen öffentlichen Sportplatz hat. Das ist zum Beispiel Kai-Uwe Tertel aufgefallen. In der Stadt gebe es 540 Jungen und 411 Mädchen unter 18 Jahre, hat der junge Mann herausgefunden. Viele dieser Kinder und Jugendlichen würden gern Sport treiben, ohne gleich einem Verein beitreten zu müssen. Die würden sich über einen öffentlichen Bolzplatz sicher sehr freuen. Möglichkeiten gebe es dafür nicht nur an der ehemaligen Blumenschule. Auch die Fläche hinter der Zachow-Turnhalle wäre ideal, findet Kai-Uwe Tertel: „Umgeben von Schulen, Kunstrasenplatz und für Kinder und Jugendliche sehr zentral gelegen.“

Neuer Platz scheitert am Geld

Die Stadt hat dagegen vor Jahren schon einmal einen Bolzplatz zwischen Kreiskulturhaus und Stadion geplant. „Doch das scheitert am Geld“, wie Stadtrat Theodor Feldmann einräumt. Einen Bolz- oder Sportplatz neu anzulegen, würde mindestens 150 000 Euro kosten. Das kann man sich wohl aber sparen, findet nun auch der Vorsitzende des Malchiner Schul- und Sozialausschusses Andreas Teggatz mit Blick auf den ehemaligen Blumenschul-Platz: „Hier haben wir einen funktionierenden Sportplatz, der immer noch in einem brauchbaren Zustand ist.“ Selbst die Entwässerung sei noch intakt. Teggatz kündigte inzwischen an, sich mit dem Turn- und Sportverein verständigen zu wollen, um den vergessenen Sportplatz aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken: „Wir bräuchten jemanden, der den Platz betreibt und pflegt und hier den Spielbetrieb aufrecht erhält.“