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Wie soll Darguns Schule nun heißen?

Schon seit über 20 Jahren hat die Darguner Schule keinen Namen. Dabei gibt es genügend Vorschläge und sogar Logos. Nun scheint endlich Bewegung in die Namenssuche zu kommen.

Grafikerin Stefanie Lange machte 2008 Vorschläge für die namentliche Außengestaltung des Schulzentrums.
Foto und Montage: Stefanie Lange Grafikerin Stefanie Lange machte 2008 Vorschläge für die namentliche Außengestaltung des Schulzentrums.

Stefanie Lange kann es nicht verstehen. Vor sieben Jahren entwickelte die Grafikerin für die Grundschule Namen nebst Logos. Unaufgefordert, uneigennützig. Sie hatte gehört, dass das Haus einen Namen sucht. Als darauf die Regionale Schule anrief, kam sie deren Bitte nach und legte weitere Vorschläge vor. Seitdem hat die Frau nichts mehr von der Schulleitung vernommen: „Ich kann ja mit einer Ablehnung meiner Ideen leben, auch mit einer vernichtenden Kritik. Aber gar nichts mehr zu hören…“ Die Enttäuschung ist bis heute zu spüren.

„Kunterbunt“, „Sonnenblume“ und „Hummelnest“ für die Grundschule. „Bodderlicker“, „Eszett“ und „Uns Schoolhuus“ für die Regionale Schule: Das waren die Ideen. Mit dem Abstand der Jahre lächelt die Grafikerin heute: Manches gehe nur für Grundschüler. Und eigentlich sollte es einen gemeinsamen Namen für beide Bereiche des Zentrums geben. Doch damals - beim Anruf der Regionalen Schule - habe sie die schlechtesten Voraussetzungen gehabt. Die Lehrer hatten kein Konzept, warum sie welchen Namen möchten. „Das Pferd wurde von hinten aufgezäumt“, so Stefanie Lange. Sie habe ihre Vorschläge als Brainstorming, als Ideenfindung angesehen. 

Für Ideen ist Brigitte Hintze, Leiterin der Grundschule, offen. Mit dem Namen müssten sich alle Schüler identifizieren können. Mit einer Persönlichkeit aus der Region könnte sich die Pädagogin anfreunden. Doch: Prinzessin Augusta von Mecklenburg-Güstrow sei bei all ihrem karitativen Wirken vom Schloss aus auch eine Ausbeuterin gewesen. Der Amtmann Karl von Pressentin, der die Anfänge der Stadt erforschte, sei für Grundschüler zu sperrig, ebenso der in Dargun geborene Freiheitskämpfer und Literat Johann Friedrich Bahrdt. Hingegen Johann Jakob Nathanael Mussäus, Pfarrerssohn aus Groß Methling, dieser Name sei möglich. Der Mann sammelte Märchen und Sagen, nahm am Kampf gegen Napoleon teil, erforschte die niederdeutsche Sprache und das Alltagsleben der Mecklenburger. 

Stefanie Lange würde helfen, den gefundenen Schulnamen grafisch umzusetzen. Dass die Bildungseinrichtung seit 22 Jahren namenlos ist, gefällt ihr nicht: „Ein Name ist identitätsbildend für alle Schüler.“ Gerade im sportlichen Bereich sind die Darguner aktiv und erfolgreich. Warum nicht mit dem Namen auf den Trikots auflaufen? Das könnte der von Mussäus sein. Zumal diesen Namen nun wirklich keine andere Schule trägt.