Teurer Ärger am Seeweg:

Wilde Säue und Motocrosser

Erst im vergangenen Jahr ist am Malchiner See der Weg zwischen Dahmen und Schorssow komplettiert worden. Doch nun hat er schon schwere Schäden zu verzeichnen. Von Tieren und von Motorisierten.

Am Seewanderweg zwischen Dahmen und Ziddorf haben Wildschweine ganze Arbeit geleistet. Ein Stückchen weiter haben Motocrosser dem Weg übel zugesetzt.
Eckhard Kruse Am Seewanderweg zwischen Dahmen und Ziddorf haben Wildschweine ganze Arbeit geleistet. Ein Stückchen weiter haben Motocrosser dem Weg übel zugesetzt.

Zwischen Dahmen, Ziddorf und Schorssow wird offenbar doppelt wilde Sau gespielt. Zum einen trifft das wortwörtlich zu. Denn Wildschweine haben die Bankette des gepflasterten Teils des Radwegs am Malchiner See zerwühlt. Zum anderen sind es immer wieder Motorradfahrer, die ihre Lust am Motocross auf der Strecke auslassen. Sie drehen offenbar den Gashahn auf dem Brechsand bei Schorssow auf und zerfurchen die wassergebundene Decke.

Das bringt die beiden Bürgermeister auf die Palme. „Es ist ärgerlich“, sagt der Dahmener Bürgermeister Philipp März. Da investiere man erst im vergangenen Jahr in die Infrastruktur und dann werde der Rad- und Wanderweg von Motorradfahrern beschädigt.Die Biker würden die Motorräder hochreißen und auf einem Rad fahren. Der feste Weg aus Brechsand sei schon so zerfahren, dass zum Teil die sogenannten Geogitter aus dem unteren Teil des Wegeaufbaus herausschauen.

Wer die Strecke gerade entlang marschiert, der wird dennoch nur leichte Spuren erkennen können. „Das liegt daran, dass wir den Weg kürzlich hergerichtet haben“, betont der Schorssower Bürgermeister Bernhard Scharrer. Vor allem in der warmen Jahreszeit fuhren die Motocrosser allein oder in Gruppen über die Piste. Ihre Maschinen hätten nicht einmal Schilder. Die Fahrer hätten auch immer Helme auf und seien kaum zu identifizieren, bedauert er.

Jäger und Strom-Zäune gegen die Zerstörung

Nun bleiben die Reparaturkosten regelmäßig an der Gemeinde Schorssow hängen. Denn der Sandweg befindet sich auf ihrem Territorium. Doch auch die Gemeinde Dahmen muss wohl im kommenden Jahr ins Gemeindesäckel greifen. Denn auch die Wildschweine haben ganze Arbeit geleistet. Auf einer zusammenhängenden Strecke von etwa 100 Metern haben sie den Wegesrand zerwühlt. Steine und Grasbüschel sind verstreut auf dem Pflaster. Wenn das so weitergeht, wird von dem einstmals 367 000 Euro teuren Weg bald nicht mehr viel übrig sein.

Das weiß auch Philipp März. Er macht sich schon Gedanken, wie man die Zerstörung vermindern kann. Zum einen sieht er die Jäger in der Pflicht, mehr Wildschweine in dem Gebiet zu jagen. Zum anderen denkt März darüber nach, Stromzäune zu ziehen. Feste Zäune wären zu teuer. „Vielleicht gibt es ja auch ein Mittel auf biologischer Basis, das die Wildschweine abschreckt“, sagt der Bürgermeister.