Erste Flüchtlinge eingetroffen:

Willkommen! Jördenstorf ist jetzt mehrsprachig

Mit der Verständigung zwischen Jördenstorfern und den ersten Flüchtlingen könnte es trotz vieler Sprachen recht gut klappen. Denn unter den Asylbewerbern ist auch ein ukrainischer Dolmetscher.

Herzlicher Empfang: Bürgermeister Reinhard Engel (2. von links) begrüßte am Montag die ersten 33 Asylbewerber in Jördenstorf.
Eckhard Kruse Herzlicher Empfang: Bürgermeister Reinhard Engel (2. von links) begrüßte am Montag die ersten 33 Asylbewerber in Jördenstorf.

Lange wurde über sie geredet. Es gab Zuspruch und Skepsis. Seit Montag können sich die Jördenstorfer nun selbst ein Bild davon machen, wie es sich so lebt mit Ukrainern, Mauretaniern, Iranern, Togolesen und Ghanaern in der Nachbarschaft. Pünktlich um 12 Uhr setzte am Montag ein Bus die ersten 33 Flüchtlinge vor dem Tor des Lehrlingswohnheims ab. Dort stand schon Bürgermeister Reinhard Engel (SPD). Er begrüßte „seine“ neuen Dorfbewohner auf das Herzlichste. Mehr Zeit war nicht. Denn dann wurden die Asylbewerber in die frisch sanierten Räume des Wohnheims geleitet. Dort gab es viel zu tun: Neue Zimmer beziehen, Anmeldepapiere ausfüllen und, und, und. Für die Presse gab es deswegen noch keinen Eintritt in die hergerichtete Unterkunft.

"Es ist schon irgendwie komisch"

Einige Anwohner hatten die Ankunft der Flüchtlinge zufällig beobachtet. „Es ist schon irgendwie komisch“, sagt ein junge Frau. Jördenstorf sei so ein kleines Dorf. Dass die Flüchtlinge hier Schutz vor Krieg und Verfolgung haben, sei für sie keine Frage. Doch in Jördenstorf bekämen die Asylbewerber schlecht Anschluss, vermutet sie. Und ein bisschen hat sie auch Angst, dass die Dorfbewohner mit den vorgesehenen 170 Asylbewerbern überfordert sind. Bürgermeister Reinhard Engel kennt solche Befürchtungen. „Etwa 90 Prozent der Einwohner reagieren so“, schätzt er. Sein Dorf hatte bis Sonntag 509 Einwohner. Da werde es jetzt einen erheblichen Anteil von fremdsprachigen Bewohnern geben. „Sie gehören jetzt dazu!“, betont er.

Mehrzahl der Flüchtlinge kommt aus der Ukraine

Nach einem ersten Kontakt in der Unterkunft ist er optimistisch. „Die Mehrzahl der Asylbewerber kommt aus der Ukraine“, sagt er. Die Befürchtung, dass vielleicht nur junge Männer nach Jördenstorf kommen, habe sich nicht bewahrheitet. „Es sind Männer und Frauen.“ Sogar ein vier oder fünf Monate altes Baby und ein 14-jähriges Schulkind seien dabei. So hofft er weiterhin, dass die Menschen gut integriert werden können. Weil einer der Ukrainer akzentfrei deutsch spricht – er ist Dolmetscher – und ein anderer von Russisch in Französisch übersetzen kann, ist Reinhard Engel gar nicht bange, dass es mit der Verständigung untereinander und zur deutschen Bevölkerung recht gut klappen wird. „Ich war überrascht, dass 95 Prozent der Asylbewerber so erreicht werden können.“

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