Was plant Nordex bei Ivenack?:

Windkraft-Firma ignoriert Anwohner-Protest

Lange war es vage. Doch nun verrät der Windradhersteller Nordex erstmals, was er am geplanten Standort in der Gemeinde Ivenack eigentlich forschen und entwickeln will. Was die Anwohner dazu sagen, ist für die Firma erst mal die kleinere Hürde.

Grobe Skizze – klare Ansage: An der Dorfstraße in Weitendorf sieht man die Windkraft-Pläne für die Gemeinde Ivenack kritisch.
Eckhard Kruse Grobe Skizze – klare Ansage: An der Dorfstraße in Weitendorf sieht man die Windkraft-Pläne für die Gemeinde Ivenack kritisch.

In diesem Jahr werden keine Windräder zwischen Grischow, Weitendorf und Zolkendorf gebaut. Das erscheint nach Aussage des Nordex-Pressesprechers Ralf Peters als sicher. „Wenn alles glatt läuft, könnten die ersten vier Windräder frühestens zum Jahresende 2015 errichtet werden“, sagte der Angestellte der Windkraftfirma mit Sitz in Hamburg und Rostock. Weitere drei Anlagen würden nach der Nordex-Planung 2017 folgen. Wenn die Raumordnungsbehörde den Antrag der Firma genehmigt.

So schnell wird das aber wohl nicht gehen. Das teilte der stellvertretende Leiter der Raumplanungsbehörde in Neubrandenburg, Manfred Sasse, bereits vor wenigen Tagen mit. Denn Nordex wird noch einiges nachzureichen haben. Besonders die Begründung, warum in Ivenack ohne Ausweisung eines Eignungsgebietes ein Windpark errichtet werden soll und was hier an Windrädern erforscht werden soll, bezeichnete Sasse als „dürftig“.

Entscheidung wird ganz oben getroffen

Aber nur mit einer schlüssigen Begründung sieht er überhaupt eine Chance, vom normalen Verfahren abzuweichen und ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren einzuleiten. Darüber müsste am Ende der Energieminister selbst entscheiden.

Was soll nun am Standort zwischen Grischow, Zolkendorf und Weitendorf erforscht und entwickelt werden? Ralf Peters hält damit nicht hinter dem Berg: In der Gemeinde Ivenack sollen neu entwickelte Anlagen vom Typ N 131 aufgestellt werden. Das sei die Null-Serie, die erst getestet und erprobt werden muss, bevor sie in Serie gebaut werden kann. „Die Anlagen sind deutlich leiser“, erläutert Peters. Die Rotoren seien aber auch größer. Einen ersten Standort für diesen neuen Typ habe man schon in Schleswig-Holstein gefunden. Dort werden bis Jahresende die ersten dieser Windräder gebaut, so Peters.

Bürger sollen erst noch überzeugt werden

Von einer Beteiligung der Anwohner noch vor dem Beginn des Raumordnungsverfahrens hält der Nordex-Sprecher nicht viel. Schon gar nicht würde die Firma von ihrem Vorhaben absehen, weil eine Bürgerinitiative sich gegen die Windräder stark macht. „Wir haben hier einen immensen Aufwand betrieben“, sagte er. Eine Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative „Nachbarn machen Gegenwind“ habe für das Unternehmen kaum Bedeutung.

Peters hofft aber, dass Nordex die Bürger der umliegenden Orte noch überzeugen kann. Vielleicht gebe es Belastungen, räumt er ein, aber es gebe auch Ausgleichsmaßnahmen. Und er stellt klar: „Wir wollen keine Leute ärgern. Wir haben hier ein wirtschaftliches Interesse."

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