Krankenhaus will weitere Arztpraxis übernehmen:

Wird der Einkaufstempel ein Medizin-Zentrum?

Gut gegen Leerstand, gut gegen Ärztemangel: Im Stavenhagener Einkaufszentrum „Reutereiche“ könnte es bald eine weitere Arztpraxis geben. Das plant zumindest das Krankenhaus Demmin. Doch noch sind ein paar Hürden zu nehmen.

Eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Physiotherapie gibt es schon im Stavenhagener Einkaufszentrum. Jetzt könnte noch ein Arzt hinzukommen.
Eckhard Kruse Eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Physiotherapie gibt es schon im Stavenhagener Einkaufszentrum. Jetzt könnte noch ein Arzt hinzukommen.

Wird in Stavenhagen so etwas wie eine kleine Poliklinik oder ein Ärztehaus entstehen? Diese Vermutung erscheint nicht so abwegig, wenn man auf das Engagement des Kreiskrankenhauses Demmin schaut. Dessen Tochterunternehmen hat in Stavenhagen im Oktober schon die gynäkologische Praxis von Frau Dr. Schneider übernommen. Und nun will das „Medizinisches Versorgungszentrum Demmin GmbH“ (MVZ) auch die Praxis der Internistin und Hausärztin Monika Zobel im EKZ „Reutereiche“ angliedern. Das bestätigen Dieter Wenzel, Prokurist von Krankenhaus und MVZ, und Fridjof Matuszewski, stellvertretender Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung MV. Am 1. April schon soll es soweit sein.

Ziel ist, beide Arztpraxen in der Zukunft gemeinsam im Einkaufszentrum zu betreiben. Monika Zobel würde weiter im EKZ arbeiten. Die Frauenarzt-Praxis in der Geschwister-Scholl-Straße würde dann umziehen. Sie solle in einem leer stehenden Laden eröffnet werden, so Wenzel.

Gesetze nicht mehr zeitgemäß

Doch noch ist nichts in Papier und Tüten, betont Fridjof Matuszewski. Zuerst müsse ein Ausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung über die Zulassung entscheiden. Das solle am 25. März geschehen. Matuszewski sieht aber eine Hürde: „Am Hauptstandort der Medizinischen Versorgungszentren müssen mehr Arbeitsstunden anfallen als in den Außenstellen“, erläutert er die rechtliche Vorgabe. Momentan gebe es aber zwei Ärzte am Hauptstandort in Demmin. Mit einer weiteren Zulassung würden dann drei Ärzte in Außenstellen arbeiten. „Das ist so nicht vorgesehen“.

Der Prokurist Dieter Wenzel ist da aber sehr optimistisch: „Es gibt gesetzliche Bestimmungen, die vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß sind“, sagt er. Denn die Realität sehe anders aus. Es drohe ein Ärztemangel, wenn man nicht gegensteuere. „Wir haben aber eine Sondergenehmigung beantragt.“ Die solle zeitlich begrenzt sein - solange, bis auch die dritte Demminer Arztpraxis in die „Zentrale“ zieht. Auch das solle in diesem Jahr geschehen.

Bestrebungen, eine Poliklinik zu schaffen, habe man jedoch nicht, betont Wenzel. Auch wenn eine Physiotherapie und eine Apotheke gleich nebenan ein bisschen den Anschein von Ärztehaus aufkommen lassen. Doch ganz fortschieben will er den Gedanken auch nicht. Wenn man bereits einen Baustein am Ort habe, sei es vielleicht nicht so problematisch im EKZ weitere Praxen anzudocken.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung