Einwohner sollen bei Ursachensuche helfen:

Wo kommt nur der Gestank in Stavenhagen her?

Der Wasserzweckverband in Stavenhagen steht vor einem Rätsel. Es häufen sich die Beschwerden über üble Gerüche im Stadtgebiet und im Umfeld. Prüfungen haben ergeben: Die Kläranlage hält offenbar dicht. Jetzt sollen alle mithelfen, die Ursache zu lokalisieren.

Auf einer Karte hat Bereichsleiter Dirk Kettner die Punkte markiert, wo es in der Reuterstadt in letzter Zeit gestunken hat und es Beschwerden gab.
Kirsten Gehrke Auf einer Karte hat Bereichsleiter Dirk Kettner die Punkte markiert, wo es in der Reuterstadt in letzter Zeit gestunken hat und es Beschwerden gab.

Wenn sich in diesen Tagen in Stavenhagen und Umgebung jemand über unangenehme Gerüche beschwert, setzen sich Mitarbeiter des Wasserzweckverbandes sofort ins Auto und versuchen die Quelle der Ausdünstungen zu finden. Mitunter ist das auch schon gelungen. Wenn zum Beispiel am Stadtrand von Stavenhagen gerade Gülle aufs Feld gebracht wird oder wenn der Wind eine Duftfahne aus einer Biogasanlage herüber weht. Doch in den meisten Fällen steht der Wasserzweckverband vor einem Rätsel. Vor allem in der Innenstadt von Stavenhagen berichten immer wieder Anwohner, dass es besonders in den Nachtstunden kaum noch zu ertragen sei. Auch vom Stadtrand kommen solche Beschwerden. Und das bereits seit Wochen.

"Weil der Wasserzweckverband in Stavenhagen seine zentrale Kläranlage betreibt, haben wir uns dieser Problematik selbstverständlich gleich nach Bekanntwerden sehr intensiv angenommen", versichert Geschäftsführerin Petra Tertel. "Seitdem arbeiten wir täglich mit Hochdruck daran, die Ursachen für die Geruchsbelästigung festzustellen." In ihrem Verbandsgebäude in der Schultetusstraße hängt mittlerweile eine Art Duftkarte - eine Luftaufnahme von Stavenhagen und Umgebung mit 14 rot eingetragenen Punkten. Überall dort sind die Düfte schon wahrgenommen worden.

Doch wo der Gestank herkommt, das konnte auch mit Hilfe dieser Karte noch nicht ermittelt werden. Ob da tatsächlich die Kläranlage so sehr muffelt, ist noch gar nicht raus. "Unser Abluft-Regime auf der Kläranlage haben wir bereits gründlich überprüft und zusätzlich Experten mit einer Begutachtung beauftragt", sagt Tertel. Zusätzlich zu den Biofiltern soll noch in diesem Jahr weitere Technik eingebaut werden, um den Duft noch weiter zu neutralisieren. "Sollten noch Schwachstellen gefunden werden, dann garantieren wir eine schnelle Korrektur in unserem System", verspricht die Geschäftsführerin. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass es noch andere Quellen für den Gestank gebe.

Der Zweckverband wendet sich jetzt an alle Bürger, die die Nase voll haben: "Wir wissen, dass die Geruchsbelästigung sehr unangenehm und sicher auch sehr ärgerlich ist, deshalb haben wir nach wie vor großes Interesse daran zu erfahren, wo und wann der Gestank wahrgenommen wird, damit wir die Problemstellen noch gezielter eingrenzen können", so Petra Tertel. Wer etwas riecht, sollte deshalb in Stavenhagen die 3610 anrufen.