Drei Kälber gerissen:

Wölfe treiben Jäger auf Alarm-Posten

Die Spur des Wolfs reicht bis in das Herz der Mecklenburgischen Schweiz. Erste Opfer sind hier auf einer Weide zu beklagen. Jäger sind alarmiert und können die Euphorie pro Wolf in der öffentlichen Debatte so gar nicht nachvollziehen.

Die Jäger des Hegerings Gnoien halten Wölfe für gefährlich und fordern ein Management-Programm, das den Räubern Grenzen setzt.
Carsten Rehder/NK-Archiv Die Jäger des Hegerings Gnoien halten Wölfe für gefährlich und fordern ein Management-Programm, das den Räubern Grenzen setzt.

Isegrim ist offenbar auch in der Mecklenburgischen Schweiz angekommen. Auf einer Weide bei Alt Sührkow habe ein Wolf kürzlich mehrere Kälber gerissen. Die Rede ist von drei Tieren. Das berichteten Jäger jetzt auf der Jahresversammlung des Hegerings Gnoien. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um ein einzelnes Tier handelt, vermutlich einen Wolf auf Wanderschaft. Woher er kam, wohin er zog, liegt im Dunkeln. Dennoch sind die Waidleute alarmiert.  Der ersten Stippvisite würden weitere folgen und irgendwann werde auch ein ganzes Rudel aufkreuzen, sind sich die Jäger sicher.

Die Ausbreitung der großen Raubtiere gehe viel schneller vonstatten, als man noch vor zehn Jahren angenommen hatte. Die offenbar aus Polen eingewanderten Tiere, die in Sachsen und Brandenburg schon zahlreiche Rudel bilden, sind mittlerweile bis an die dänische und niederländische Grenze vorgedrungen, weiß Dr. Gerd Tschiesche zu berichten. Der Jäger aus Gnoien hatte kürzlich an einer Fachtagung des Nabu in Güstrow teilgenommen, die sich ausschließlich mit dem Wolf befasste. Was ihn erschütterte, sagt er, war die Euphorie, mit welcher in den Kreisen der Naturschützer die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland begrüßt werde. Angesichts dieser starken Lobby sehe er kaum eine Chance, „Vernunft in die Debatte zu bringen“. Dabei sei das höchst an der Zeit.

Scheu vor Menschen schwindet

„Es ist zwei nach zwölf“, warnt Dr. Tschiesche. „Wir werden mit den Wölfen richtige Probleme kriegen.“ Immerhin weisen Hochrechnungen aus, dass der Bestand bis auf 2400 oder gar 2500 Tiere anwachsen könnte, ehe er sich auf dauerhaft etwa 1500 einpegele. Was aus Sicht der Jäger Sorge bereitet, ist allerdings nicht die Konkurrenz der Raubtiere als Beutegreifer. Obwohl auch dieser Aspekt nicht zu vernachlässigen ist. Etwa 400 Rehe sowie je 50 Stück Rot- und Schwarzwild reißt ein Wolfsrudel im Verlauf eines Jahres. Bei einem Rotwildbestand von etwa 250 Tieren in der von der Hegegemeinschaft Gnoien bewirtschafteten Fläche von 37 400 Hektar eine nicht zu vernachlässigende Größe.

Wichtiger ist ihnen jedoch, auf die Gefährlichkeit der Räuber hinzuweisen. Denn die Behauptung, der Wolf würde die Nähe des Menschen meiden, sich bei dessen Annäherung still zurückziehen, werde durch immer mehr gegenteilige Beobachtungen widerlegt. „Was wir brauchen, ist ein Wolfsmanagement, das diesen Namen verdient“, konstatiert Gerd Tschiesche. Das schließe ein, dass dem Raubtier auch deutlich Grenzen gezogen werden.

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