Forstämter machen Inventur:

„Xaver“ knickt rund 2500 Bäume um

Mit dem gewaltigen Sturmtief sind die Wälder der Mecklenburgischen Schweiz im vierstelligen Bereich lichter geworden. Die Schäden in den Forstämtern sind aber sehr unterschiedlich, wie sich bei einer "Inventur" zeigt.

Nach dem Orkantief "Xaver": Solche und andere Motive findet man jetzt zuhauf an der Landesstraße 20 bei Gülitz.
Eckhard Kruse Nach dem Orkantief "Xaver": Solche und andere Motive findet man jetzt zuhauf an der Landesstraße 20 bei Gülitz.

Das Sturmtief mit dem seltenen Namen "Xaver" hat zwar schon seit Sonnabend seinen Schrecken verloren. Aber erst jetzt können die Mitarbeiter in den Forstämtern Dargun und Stavenhagen die Schäden in ihren Wäldern beziffern. Am Montag und Dienstag war „kleine Inventur“ angesagt. Zwischen 1750 und 2500 Bäume knickte der Sturm mit seinen gewaltigen Böen in der Mecklenburgischen Schweiz um, schätzen die Forstamtsleiter Rüdiger Neise in Finkenthal und Ralf Hecker in Gielow.

Die meisten Stämme riss "Xaver" im Darguner Forstamtsbereich um. Dort habe der Sturm 1500 bis 2000 Bäume entwurzelt oder abgebrochen, erläuterte Neise. Die Hälfte davon in den Revieren Brudersdorf, Dargun und in Flussniederungen wie dem Trebeltal. Denn hier stünden die größten Eschenbestände mit stark geschädigten Bäumen, die in der Regel schon verfaulte Wurzeln haben. Da gebe es Stellen, an denen 30 Stämme umgestürzt sind. Die meisten Einzelbäume habe der Sturm im Bereich Gülitz abgedreht. Zum Bedauern der Forstleute habe "Xaver" bei Warsow auch eine Buche mit 80 Zentimetern Durchmesser umgeweht. „Die wollten wir als einen ,Methusalem-Baum‘ stehen lassen“, erläuterte Neise. Denn die Buche sei etwa 200 Jahre alt.

Dass so viele Einzelbäume rund um Gülitz umgeknickt sind, könnte an den Höhenunterschieden in dem Forstreviere liegen“, vermutete Neise. Denn hier gebe es eine sehr hügelige Endmoränenlandschaft, wo der Wind einzelne Bäume besser packen kann. Das Resultat ist am Straßenrand zwischen Malchin nach Neukalen zu entdecken, wo viele abgedrehte Bäume liegen.

Weit weniger Schäden macht Ralf Hecker, Leiter des Forstamtes Stavenhagen, in seinem Bereich aus. Er rechnet damit, dass der Sturm 250 bis 500 Bäume umgebrochen hat. „Die Schäden sind gleichmäßig über die Reviere verteilt“, sagt Hecker.

Der finanzielle Schaden hält sich für die Forstleute in Grenzen: Sowohl Hecker als auch Neise gehen davon aus, dass die überwiegende Zahl der Hölzer in den normalen Holzeinschlag eingeht und verkauft werden kann.