Erste Untersuchungsergebnisse in Malchin:

Zachow-Halle hat nicht alle Stäbe am Dach

Ist da etwa vor 40 Jahren am Bau gepfuscht worden? Unter dem Dach der Sporthalle am Zachow sollen jedenfalls einige Streben fehlen. Doch auch die Aufhängung der schweren Trennwände ist offenbar äußerst problematisch.

Die Aufhängung der schweren Trennwände dürfte eine Ursache dafür sein, dass einige Stäbe der Dachkonstruktion einknickten. Die Wände waren in den 1990er Jahren nachträglich eingebaut worden. Foto: Torsten Bengelsdorf
Torsten Bengelsdorf Die Aufhängung der schweren Trennwände dürfte eine Ursache dafür sein, dass einige Stäbe der Dachkonstruktion einknickten. Die Wände waren in den 1990er Jahren nachträglich eingebaut worden. Foto: Torsten Bengelsdorf

Wirklich beruhigen kann diese Nachricht wohl nicht: Die Malchiner Zachow-Turnhalle, bei der massive Probleme an der Dachkonstruktion sichtbar geworden sind, wird nun nicht gleich im schlimmsten Fall mit einem Knack zusammenbrechen. „Zuerst würden weitere Stäbe einknicken und das Dach würde sich dann langsam senken“, sagt Stadtrat Theodor Feldmann. Die Einschätzung kommt von einem Statiker. Soweit soll es natürlich nicht kommen. Bevor aber die Dachstreben repariert werden können, muss erst einmal geklärt werden, warum einige Stäbe unter dem Dach plötzlich nachgegeben haben. Und da ist man im Rathaus in den vergangenen Tagen offenbar ein Stück weiter gekommen. An der Universität Rostock fanden sich nämlich jetzt Unterlagen zur Statik dieses Typs von Turnhallen. „Die haben wir jetzt angefordert“, berichtet Feldmann. Eines scheint nun aber bereits fest zu stehen. Bei der Dachkonstruktion fehlen nach Auskunft Feldmanns erstaunlicherweise einige Stäbe. „Die waren von Anfang an nicht drin und müssen jetzt wohl ergänzt werden.“

Höhe der Kosten für Reparatur unklar

Warum man in den 1970er-Jahren beim Bau der Turnhalle so sparsam mit den Metallstäben umgegangen ist, lässt sich wohl nur noch vermuten. Möglicherweise war es Materialknappheit. Vielleicht dachte man aber auch, dass 2500 Stäbe doch eigentlich reichen müssten, um das Hallendach zu tragen. Womit man damals nicht gerechnet hat: Dass später einmal noch schwere Trennwände an den Dachstreben befestigt werden, die die ganze Konstruktion belasten. Die Aufhängung der Trennwände ist nun auch das Erste, was verändert werden soll, wie der Stadtrat am Dienstagabend den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses erläuterte. „Fehlende Stäbe müssen ergänzt, andere verstärkt werden. Und auch am Dach selbst muss noch etwas passieren, damit die Tragfähigkeit gegeben ist.“

Feldmann bestätigte noch einmal, dass die Sporthalle für diese Arbeiten auf jeden Fall gesperrt werden muss. Wann genau das passiert, steht aber noch nicht fest. Vorerst beruft sich die Stadtverwaltung auf eine Einschätzung der kreislichen Bau-Aufsicht, die nach einer Prüfung der Statik erst einmal keinerlei Auflagen erteilt habe. Auch für eine sofortige Schließung der Halle sehe die Aufsicht demnach keinen Grund.

Unklar ist auch noch, was die Reparaturen kosten werden. Ein Schnäppchen wird das jedenfalls nicht. Deshalb fordert der Vorsitzende des Malchiner Bau-Ausschusses Lothar Soldwisch (CDU) auch bereits, sich erst einmal diesen dringenden Problemen zu widmen, bevor man an Luxus-Projekte wie die Erwärmung des Badewassers im Peenebad geht.

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