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Zwangshaft in Basepohl - was sagt der Richter?

Wenn der Verwalter der Basepohler Siedlung hinter Gitter muss, wird das die Mieter wahrscheinlich noch kalt lassen. Das dürfte sich aber recht schnell ändern, wenn auch das Kreisordnungsamt seine Ankündigung umsetzt.

Wird Thorsten Krüger jetzt eine Einladung vom Richter bekommen?
Eckhard Kruse Wird Thorsten Krüger jetzt eine Einladung vom Richter bekommen?

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte macht seine Drohung gegen den Verwalter der Siedlung in Basepohl am See wahr. „Wir haben beim Amtsgericht in Greifswald eine Zwangshaft gegen Thorsten Krüger beantragt“, so Monika Eggert, Sachgebietsleiterin im Umweltamt. Denn es sei per Gesetz nicht erlaubt, die abgeklemmten Rohrleitungen der Siedlung als Klärgrube zu nutzen.

Für sie ist der Fall eindeutig: Thorsten Krüger sei der Aufforderung des Landkreises nicht nachgekommen, endlich eine Kläranlage für den bewohnten Häuserblock zu bauen. Und das schon seit mehreren Monaten. Auch die verhängten Zwangsgelder blieben unbezahlt.

Wenn der Verwalter tatsächlich hinter Gitter muss, hätte das zwar noch keine direkten Auswirkungen auf die 13 Bewohner und die Neubaublocks. Doch auch die Mieter könnten bald betroffen sein. Denn wenn in Basepohl nicht unverzüglich eine Kläranlage gebaut wird, droht eine Sperrung des letzten bewohnten Hauses und damit auch der Wohnungen. Das Kreisbauamt hat Thorsten Krüger schon darauf aufmerksam gemacht, teilte eine Pressesprecherin des Landkreises mit. Ob das Bauamt aber tatsächlich ein solches Nutzungsverbot verhängt und die Häuser versiegelt, hänge jetzt von Entscheidungen des Umweltamtes ab.

Für die Mitarbeiterin der Wasserbehörde heißt es nun abwarten. Baut Krüger doch noch eine Kläranlage oder verhängt das Amtsgericht eine Zwangshaft? Monika Eggert ist voller Hoffnung, dass der Druck über das Gericht Wirkung zeigen wird. So war es auch bei der bisher einzigen Androhung einer Zwangshaft durch die Wasserbehörde der Fall. Nach dem Gespräch mit dem Richter habe der Schuldner das Geld schnell bezahlt.

Thorsten Krüger hatte am Montag noch keine schriftlichen Information aus dem Umweltamt. Er hat aber für alle zu erwartenden Verfahren bereits einen Anwalt angeheuert.