 | | Jeanette, naked truth, kuba music/Universal, 2006 | Da schielt sie unter ihren blondierten Haarsträhnen vom Cover, die Schanette. Als ob sie sagen wollte: „Eh, ich bin eine ernst zu nehmende Künstlerin, ist die nackte Wahrheit.“ So wurde es denn auch „naked truth“ betitelt, das frische Album der 25-Jährigen. Und die CD offenbart einmal mehr, dass die Berlinerin gerne singt, dies jedoch nicht kann. Die Bilder vom „Superstar“-Casting dürften jedem gezeigt haben, wie viele Dorfchanteusen und Badewannen-Sänger sich zu einer Profikarriere berufen fühlen. Aber da wurde wenigstens aussortiert. Frau Biedermann hat jedoch niemand rechtzeitig nach Hause geschickt. Dabei muss man sich nur mal Titel fünf namens „burn“ reinziehen, um zu leiden. Fairerweise sei gesagt: Das Album bietet einige feine rockige und auch sanfte Rhythmen, von Jeanette und Gitarristenfreund Jörg Weisselberg höchstpersönlich erdacht. Doch die dünne Stimme der Protagonistin verdirbt jeden Genuss. Mag sein, dass die Fans das Album trotzdem an die Spitze der Charts kaufen.
Ein Beweis für Können ist das nicht. Denn auch Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis wird von treuen Anhängern jede Woche neu aufs Tanzparkett geschickt, obwohl für jeden ersichtlich sein dürfte, dass rhythmische Bewegungen nicht ihr Ding sind. Monaco
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