 | | Absentee, Schmotime; Absenteemusic 2006 | Was für eine Stimme! Ein Totengräber im Edgar-Wallace-Krimi würde sein letztes Hemd geben, wenn er solch einen Bariton hätte wie Dan Michaelson. Der dazu noch so versoffen klingt, als würde Tom Waits ihn in durchzechten Kopenhagener Nächten gezeugt haben. Doch Absentee heißt das Londoner Quintett Dan Michaelsons, das mit „Schmotime“ elf Songs vorlegt, die einen Mix aus Brit- und Indie-Pop mit einem exakt dosierten Gitarrenrock bringen. Über allem liegt diese markante Stimme Michaelsons, die sich kreuzt mit kindlich- sirenenhaftem Gesang Melinda Bronsteins. Das hat was von Rotkäppchen und dem bösen Wolf, wenn man sich im Song darüber streitet, ob es sinnvoll ist, als hässliches Paar Kinder zu haben („We should never have children“). Politisch vielleicht nicht ganz korrekt, musikalisch hingegen gelungen. Ebenso diese Widersprüche in „More Troubles“, „Getaway“ oder „Hey Tramp“. Wenn diese Linie durchgehalten würde, wäre es mehr als ein weiterer Komet am Pophimmel. Doch wenn die nicht ganz gelungenen Country-Anleihen wie in „Truth is stranger than fishin’“ oder die in Beliebigkeit endenden Balladen wie „Treacle“ abgestellt werden, dann haben Absentee Zukunft. Aufmerksakeit erzeugt haben sie mit ihrem Debütalbum allemal. oe
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