 | | Nelly Furtado: Loose, Geffen Records 2006 | Wer die ersten beiden Alben von Nelly Furtado mochte, muss sich beim Hören von „Loose“ trotz derzeit sommerlicher Temperaturen warm anziehen. Denn die süße Kanadierin scheint mit ihrem neuen Longplayer zeigen zu wollen, dass sie erwachsen geworden ist. Keine fröhlichen Blumenmädchen-Hymnen à la „I‘m like a bird“ oder Folklore-Hits wie „Powerless“ sind zu hören. Nelly mag es jetzt lieber elektronisch kühl! Dafür hat sie sich Hilfe geholt, unter anderem bei HipHop-Produzent Timbaland und Chris Martin von Coldplay. Womit wir wieder beim Thema Kälte wären: Gleich zu Beginn verursacht „Afraid“ eine leichte Gänsehaut: Kühle elektronische Beats, eine gleichbleibende Basslinie, Rap-Lyrics, derbe Melodien. Ähnlich die erste Single-Auskopplung „Maneater“ – sie ist durch den starken Rhythmus zwar tanzbar, wirkt jedoch ziemlich abgeklärt und ist melodiös eher mager. „Showtime“ dagegen erscheint mit seinen prägnanten Background-Chören eher wie ein Schwimmversuch in Richtung R‘n‘B.
Insgesamt wird man beim Hören der Scheibe den Eindruck nicht los, dass sich Nelly durch einen Stilwechsel neues Publikum erschließen möchte. Das ist ein bisschen schade, weil sie das, was sie zuvor gemacht hat, wirklich gut konnte. Tjalda
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