 | | Justin Timberlake, Futuresex/Lovesounds, Zomba/Sony BMG, 2006 | Auch in einem noch so erfüllten Rezensentenleben macht man immer mal neue Erfahrungen. Zum Beispiel die, dass es möglich ist, das Album eines Ex-Boygroup-Stars zu hören, ohne Magenkrämpfe, Hörstürze, Pickel oder eine psychotische Störung zu kriegen.
Justin Timberlake hatte schon ein ordentliches Erstlingswerk abgeliefert und verdient sich nun mit Nr. 2 ein weiteres Bienchen ins Tagebuch. Zwar ist sein Falsett bestenfalls in die Kategorie „markant, aber muss man nicht mögen“ einzuordnen. Aber der Ex-N’Sync-Bubi punktet ganz klar in Sachen Vielseitigkeit. Mit seinem Produzentenfreund Timbaland bedient sich der Cameron- Diaz-Lover hemmungslos am Sound von Musik-Größen wie Michael Jackson, Prince oder Coldplay. So galoppiert er auf den 12 Tracks von „Futuresex/Lovesounds“ mal eben durch die halbe jüngere Musikgeschichte und bietet von Ballade bis Diskokracher gute Songkost. Der „Nippelgate“-Verursacher hat sich wirklich von den Verwirrungen seiner Jugend emanzipiert.
Und ein Pluspunkt soll nicht unerwähnt bleiben: Der 25-Jährige gehört zu den wenigen „Weißbroten“, bei denen rhythmische Bewegungen der Arme und Beine nicht an eine Bahnschranke erinnern. So tanzt er weiter einer einträglichen Karriere entgegen.
Monaco
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