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MEGA - CD-Kritik


Artikel vom 24.11.2006


Kein würdiges Comeback
MEGA-CD-TIPP vom 24. November
The Who, Endless Wire, Polydor, 2006
Stottergesang, Soundvergewaltigung, Lärmattacken – The Who waren in den 60-ern das Unerhörteste, was Musik sich erlaubte. Und wenn das Quartett am Ende seiner Gigs das Equipment kurz und klein schlug, schien die Pop-Kultur in Destruktion zu versinken. The Who waren Pioniere des Punk und des Heavy Metal und am Ende doch tatsächlich Schöpfer der ersten echten Rock-Oper. Nach Keith Moons (dr) Tod 1978 schwand die Kraft der Band, und seit Anfang der 80-er waren The Who lediglich ab und zu live unterwegs, wenn auch triumphal. Mit Limp Bizkits „Behind Blue Eyes“ kehrte 2003 noch einmal eine Who-Nummer in die Charts zurück. Mittlerweile ist auch John Entwistle (bg) tot. Ihm zu Ehren hätte man das Kapitel The Who vielleicht ruhen lassen sollen, denn „Endless Wire“, die erste neue Scheibe seit ‘82, ist kein würdiges Comeback. Pete Townshend, der seine Erfüllung seit Jahren in rockmusikalischen Musicals und Opern findet, hat keinen Biss. Der bemitleidenswerte Roger Daltrey (voc) muss sich durch verquaste Arien kämpfen, die mit dem Geist der Band wenig zu tun haben. Gerockt wird selten. Und wenn, dann als Kopfgeburt. Die neue Scheibe hat zwar den ruppigen Sound alter Werke, passt aber mehr in Townshends Solo-Fundus. Jub

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© Nordkurier.de am 09.09.2010