 | | Tokio Hotel, Zimmer 483, Universal, 2007 | Soll man von Respekt reden, dass Tokio Hotel es bis zum Album Nummer zwei geschafft haben? Es ist kaum ihr Verdienst. Die Mächtigen der Musikindustrie wissen, dass dieses „Hotel“ im Moment weiter seine Besucher lockt, also kann der Abriss noch etwas warten. Diesmal wird der Gast in „Zimmer 483“ einquartiert. Es hätte aber auch 0815 sein können. Dass die Bruchbude schäbig wirkt, muss nicht verwundern. Ist halt ein reißbrettartig geplanter Bau, in Windeseile hochgezogen und miserabel ausgestattet.
Die Melodien der zwölf Songs mit gebremster Power für die Rocker unter den Jüngsten mögen ohne Gesang und mit viel Toleranz noch angehen. Aber die Texte: Schon während des Lesens im Booklet bewegen sich Frühstück, Mittag und Abendbrot die Speiseröhre wieder aufwärts. Da hat sich also eine Riege gestandener Männer unter Beteiligung der Kaulitz-Brüder vorgestellt, was die Kinder des 21. Jahrhunderts umtreibt: Liebe, Tod und die Suche nach einem Halt in dieser Welt. Aber es ist ziemlich egal, welche Worte „Sänger“ Bill in den Schmollmund gelegt werden. Sein nölendes, quäkendes Organ lässt jedes Stück wie einen verzweifelten Schrei nach dem
Vocal-Coach wirken. Auch wenn die Fans vor Begeisterung kreischen: „Zimmer 483“ gehört zwangsgeräumt. Monaco
Gewinnt Gutscheine für CDs eurer Wahl! Schreibt an Mega, Flurstr. 2, 17034 Neubrandenburg, schickt eine E-Mail an mega@nordkurier.de, ruft an unter 0395 45 75 888 oder sendet eine SMS mit NK Mega (mit Namen und Adresse) an die 82283 (0,49 /SMS).
|