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MEGA - CD-Kritik


Artikel vom 31.03.2006


Keine Risiken und Nebenwirkungen
MEGA-CD-Kritik vom 31. März 2006
Placebo, Meds, EMI 2006
Wer ist nur auf diesen Namen gekommen? Placebo. Ist doch sonst immer die Pille, die einem Wirkungen vorgaukelt, aber nicht wirklich welche hat. Manchmal ist es auch beim Sound der Band Placebo so. Irgendwie fragt man sich auch auf dem neuen Silberling „Meds“, was sich hinter den Songs verbirgt. Sind es REM in ihrer Monster-Phase, sind es die Cars mit der markanten Stimme von Ric Ocasek. Oder wer oder was verbirgt sich hinter diesem Placebo? Jede Band hat es schwer, muss sich seit den Beatles oder Stones mit irgendwem vergleichen lassen. Leben kann so ungerecht sein. Denn die Songs auf „Meds“ haben eine eigene Dynamik. „Drag“ ist beispielsweise ein schnorrend-treibendes Meisterstück. Da hat einen der Party-Rock aber schon lange im Bann. Der, der schwirrend durch die Luft zieht, mit fuzzigen Gitarren und elektrisch. Dazwischen schlagen sich die Phasen des Luftholens. „Post Blue“ ist so ein Moment. Wer aber denkt, Ballade, nee, ist nicht. Vielmehr schwirren die Sounds selbst jetzt, als kämen sie hinterher, wenn man sich in einen anderen Raum verzieht. Kann man zwar machen, nutzt aber wenig. Denn Placebos „Meds“ kann man sich eigentlich nicht entziehen. Und was die Wirkung dieser Placebo-Pille betrifft: Keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen. oe

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© Nordkurier.de am 09.09.2010