Kleingärten:

Von Abgrenzungen und Wegebau

Kreative Lösungen zum Nachahmen.

KGV.
Jens Harnisch KGV.

Zäune und Hecken schützen den Kleingarten vor ungebetenen Gästen. Ob und wie man seinen Garten abgrenzt, ist eine Frage der Gartenverordnung des Landesverband Brandenburg e.V. der Gartenfreunde und des eigenen Geschmacks. Lange Heckenreihen und in die Jahre gekommene Zäune machen oft einen trostlosen Eindruck. Einjährige gelbe und orangefarbene Blüten vor oder auf dunklen Hecken oder ein mutiger „Wellenschnitt“ tragen zur Auflockerung bei. Ein „Guckloch“ zwischen zwei Heckenpflanzen erlaubt bei höheren Hecken interessante Einblicke. Einfache Holz- und Drahtzäune gewinnen durch eine beidseitige Bepflanzung mit einjährigen und mehrjährigen Blüten- und Rankenpflanzen. In vielen Gartenanlagen wird bewusst auf pflegeintensive Zäune und Hecken verzichtet. Beete mit hoher Staudenpflanzung, Spalierobst oder Beerenobststräucher übernehmen die Aufgabe der Abgrenzung. Besonders bei kleinen Parzellen sorgt eine offene Grenzgestaltung zum Nachbarn für Großzügigkeit. Niedrige Abgrenzungen können aber durchaus auch weitere praktische Aspekte haben.

Überall dort, wo Erde in Beeten abzurutschen droht, Wege bewusst von der angrenzenden Fläche getrennt oder Beete optisch hervorgehoben werden sollen, kommen natürliche Materialien als Umrandung besonders gut zur Geltung. Originell und naturnah sind selbst geflochtene Zäune aus Weidenrutschen. Hierfür werden dünne Weidenrutschen entweder waagerecht um Holzpfosten oder senkrecht um Querlatten geflochten. Alternativ eignen sich zum Flechten auch Seile. Bei Bedarf lässt sich hinter dem Zaun auch ein Kaninchendraht unauffällig verbauen. Nach wie vor beliebt ist trotz des Pils- und Schädlingsbefalls der letzten Jahre die klassische Einrahmung eines Beetes mit Buchsbaums.

Gute Alternativen für niedrige Schnitthecken sind Japanstechpalme, buchsblättrige Berberitze, Heckenmyrte oder Zwergliguster. Frauenmantel, Lavendel, Storchschnabel, Thymian oder Erdbeeren empfehlen sich als blühende Beeteinfassung.

Von Abgrenzungen und Wegebau bis „Kistengärten“, kreative Lösungen zum Nachahmen.

Rankgerüste und Pergolen
Luftige Rankgerüste und Pergolen ersetzen bei richtiger Bepflanzung hässliche Zäune und Lebensbaumhecken. Mit schnell rankenden Kletterpflanzen, wie z. B. Waldrebe, Efeu, Blauregen, begrünt oder wenn man es lieber fruchtig mag, mit Wein oder Spalierobst, erzielt man in kurzer Zeit grüne Wände, die als Windschutz im Terrassenbereich oder Sichtschutz entlang von Wegen gute Dienste leisten. Die Klettergerüste aus Holz und Draht sollten pflanzengerecht und vor allem stabil sein.

Wegebau für Anfänger mit einfachen Mitteln
Wege sind nötig, um den Garten trockenen Fußes durchqueren zu können. Jedes Material hat seine eigene Ausstrahlung und besonderen Merkmale bei der Verarbeitung und Nutzung. Bei der Anlage von Wegen und Plätzen greifen Kleingärtner in den letzten Jahren erfreulicher weise vermehrt auf alternative wasserdurchlässige Materialien zurück. Bodenbelege aus Kies, Sand, Splitt oder Holzhäcksel sind kostengünstig und einfach zu verarbeiten. Für einen guten Wasserabfluss sollten sie je nach Belastung eine 10-20 cm starke Schotterschicht einbauen. Darüber sollten sie ein Unkrautvlies verlegen, um zu verhindern, dass die Wege verunkrauten.
Einfache Wege zwischen Gemüsebeeten benötigen in der Regel keinen Unterbau. Das gewünschte Material, meist Mulch oder Häcksel, kann direkt auf den rohen Boden aufgebracht werden. Auf ein Vlies sollten Sie dennoch nicht verzichten. Um eine Vermischung der aufgebrachten Materialien zu verhindern, empfiehlt sich eine seitliche Befestigung der Wege z. B. mit Rund- oder Kanthölzern, hochkant gestellte Pflaster- oder Natursteinen. Unterschiedliche Materialien schaffen unterschiedliche Stimmungen. Raffiniert ist der Einbau von Holzscheiben z. B. in Kieswegen. Mit einer Schicht Muscheln erzielt man im Nu Strandatmosphäre.

Bauerngärten
Bauerngärten gelten als Inbegriff für robuste Pflanzen und üppige Beete. Ein wichtiger Bestandteil sind die Wege. In der Regel teilt ein Kreuzweg den Garten in vier Teile. Die geometrische Aufteilung ordnet das scheinbare „Durcheinander“ von Zier- und Nutzpflanzen in den Beeten zu einem harmonischem Bild. Die Mitte wird hervorgehoben durch ein kleines Rondell mit Blumen, einen Baum oder ein schönes Gartenelement. Die Wege bestehen aus natürlichen Materialien wie Holzhäcksel, Rasen oder Erde. Traditionell werden sie von Buchsbaum eingefasst. Ansprechend und abwechslungsreich sieht auch ein Rahmen aus Polsterstauden, Salatrauke oder Kräuter aus.

Sitzplätze
Auf der Terrasse spielt sich das gesellige Leben ab. Sie sollte groß genug und leicht zu pflegen sein. Ein zweiter Sitzplatz für laue Sommerabende oder als Rückzugsort für Leseratten findet in jedem Garten Platz. Am schönsten ist es, wenn er eng mit der umliegenden Vegetation verzahnt ist und einen möglichst natürlichen Bodenbelag hat. Als Sitzplatz eignet sich alles, worauf man sitzen kann: ein Baumstamm, ein dicker Stein, eine Mauer, ein bunt bemalter Stuhl. Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Spielplatz für Kleinkinder
Ein naturnah gestalteter Garten bietet Kindern die Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang auszuleben und dabei vieles zu entdecken. Kleinkindern genügt bereits eine kleine Sandmulde in der Nähe elterlicher Obhut, um hingebungsvoll zu spielen. Eingefasst von natürlichen Materialien wie Holzabschnitten und kleinen Natursteinen, die in das Spiel mit einbezogen werden können, wird auch ein kleiner Sandkasten zum Abenteuerspielplatz. Die Sandschicht sollte ca. 50 cm betragen, damit nach Herzenslust gebuddelt und mit Wasser gematscht werden kann. Bei lehmigen Böden empfiehlt sich der Einbau einer Drainageschicht. Bei der umliegenden Bepflanzung ist darauf zu achten, dass keine stacheligen oder giftigen Pflanzen verwendet werden. Zum toben empfehlen sich Rasenflächen.
Besondere Bewegungsanreize bieten z.B. Hängemattenschaukeln und Baumstämme zum Balancieren.

Mobile Teile
Körbe, Möbelwannen, Obstkisten, Mülltüten, Dachrinnen- (fast) alles kann mit Pflanzen bestückt werden. Auch im Kleingarten kann ein mobiler Garten Sinn machen. So können Kräuter und Sonnenblumen bereits auf der Terrasse in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Ideal sind mobile Gärten für Kinder, die diese kleinen Gärten lieben, da sie eine übersichtliche Größe haben und leicht individuell gestaltet werden können. So hat auch in größeren Familien jedes Kind seinen eigenen Garten, den es einrichten und betreuen kann.
Obstkisten werden mit Folie oder dickem Vlies ausgekleidet, mit Erde befüllt und bepflanzt. Wichtig ist, dass die Behälter Abzugslöcher im Boden erhalten. Tonscherben über den Löchern oder eine dünne Drainageschicht aus Kies verhindern besonders bei höheren Gefäßen eine Verstopfung der Drainagelöcher. Die Blumenerde sollte sie mit Hornspänen und Kompost mischen und nach der Bepflanzung Gemüse und Blumen regelmäßig mit Flüssigdünger düngen. Gegossen wird je nach Wetterlage alle zwei Tage. Für die Bepflanzung eignet sich besonders schnellwüchsiges Gemüse wie Salat und Radieschen, Minitomaten, Kartoffeln und Kräuter.

Sie haben Interesse an einen Kleingarten? Wir vermitteln kostenlos. Dann melden Sie sich bitte an: KGV Am Egelpfuhl e.V. Templin Gfd. Jens Harnisch Tel 0152/ 31 70 20 54, am.egelpfuhl@arcor.de oder über Facebook

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