Unterstützung:

Templiner Gemeinde hilft Kindern in der Ukraine

Heranwachsende leiden unter der Suchtkrankheit ihrer Eltern besonders, ganz egal in welchem Land. Deshalb brauchen sie Unterstützung.

Heinz und Martina Nitzsche kümmern sich um Kinder und Jugendliche, die in der Ostukraine Schlimmes erlebt haben.
Manfred Chrzon Heinz und Martina Nitzsche kümmern sich um Kinder und Jugendliche, die in der Ostukraine Schlimmes erlebt haben.

Hilfe zu leisten, die über den eigenen Tellerrand hinausgeht, das ist in der  Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Templin nicht nur ein Lippenbekenntnis. Seit Jahren unterstützen deren Mitglieder das Ehepaar Martina und Heinz Nitzsche. Entstanden ist die Kontakt über den Blau-Kreuz-Kreis, ein Hilfsangebot für Suchtkranke, die sich regelmäßig freitags in Räumlichkeiten der freikirchlichen Gemeinde treffen.

2001 begannen Martina und Heinz Nitzsche, die aus dem Erzgebirge stammen, im Auftrag des Serrahner Trägervereins Diakonisches Zentrum eine Suchtkrankenhilfe in der ukrainischen Stadt Mariupol aufzubauen. Beachtliches hat das Ehepaar geleistet: Ein großes Netzwerk entstand, um suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion brach dort vielerorts die Wirtschaft zusammen, der gesellschaftliche Zusammenhalt ging verloren und weite Schichten der Bevölkerung verelendeten. "Der hohe Alkoholkonsum schon zu Sowjetzeiten führte dazu, dass Alkoholabhängigkeit mit all seinen verheerenden Folgen das Leben vieler Menschen, ihrer Familien und Gemeinschaften zerstörte", so Pastor Manfred Frank von der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Templin. Unter Federführung der Nitzsches wurden zwei Rehazentren in Russland und eines in der Ukraine ins Leben gerufen. Mittlerweile hält das Ehepaar Kontakt zu 40 Rehazentren. Einheimische Mitarbeiter wurden beschäftigt, um verschiedene Projekte zu realisieren, eine Kleiderkammer und ein Zentrum für Straßenarbeit eingerichtet. Mehrfach war dieses engagierte Projekt Thema in den Medien.

Die politischen Unruhen in der Ostukraine in diesem Jahr erschweren natürlich auch die Arbeit der Helfer vor Ort. "Ganz besonders haben politische Spannungen und bürgerkriegsähnliche Zustände aber schreckliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen", so Manfred Frank. Darüber berichteten Heinz Nitzsche und zwei Jugendliche aus der Region direkt in Templin, als sie im Gemeindezentrum der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde zu Gast waren. "Wir hörten von einem Flüchtlingsdrama, von zerschossener Infrastruktur, von der Unsicherheit des Lebens, weil die Waffenruhe nicht eingehalten wird. Die Zuhörer waren zutiefst betroffen", sagt der Pastor. Begleitet wurde Heinz Nitzsche von 30 traumatisierten Kindern, die sich vier Wochen lang im Suchthilfezentrum Serrahn in Mecklenburg-Vorpommern aufhielten, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Templin war die letzte Station ihrer Reise, bevor es für sie wieder nach Hause ging. Die Gemeindemitglieder hatten Geld für die Kinder gesammelt, 1000 Euro kamen so zustande. Außerdem erhielten die Mädchen und Jungen Weihnachtspäckchen, mit denen sie die Heimreise antraten.

 

 

 

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