Demenzkranke pflegen:

Ein Traumjob mit Einfühlungsvermögen

Zur Zeit drückt die 47-jährige Grit Schlüter noch mal die Schulbank. Sie macht eine Ausbildung, in der sie lernt, wie sich an Demenz Erkrankte fühlen, wie man mit ihnen umgeht und wieder Sonne in ihr Leben bringt. Es geht aber auch generell um die Betreuung älterer Menschen - eben alles, was zu einer Alltagsbegleiterin gehört. Dem neuen Job, der jetzt dank des neuen Pflegestärkungsgesetzes, in vielen Mündern ist.

Von links nach rechts Rosemarie Steuk, Grit Schlüter und Klaus-Dieter Peters beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel.
Kursana Domizil Schwedt Von links nach rechts Rosemarie Steuk, Grit Schlüter und Klaus-Dieter Peters beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel.

Bundesweit konnte die Anzahl der Betreuungskräfte von 25 000 auf 45 000 aufgestockt werden. Für das Kursana Domizil Schwedt hieß das, das Team der sozialen Betreuung konnte um drei Mitarbeiter aufgestockt werden - nun kümmern sich sieben Kolleginnen um die Begleitung im Alltag und entlasten so die Pflegefachkräfte. Grit Schlüter ist eine von den Neuen. Gelernt hat sie Fachverkäuferin für Fleisch und Wurst, musste aus gesundheitlichen Gründen diesen Beruf nach 15 Jahren aufgeben und suchte seither eine Arbeit, die sie bis zur Rente mit Freude ausüben kann.

Im vergangenen Sommer machte sie ein sechseinhalbwöchiges Praktikum im Kursana Domizil als Alltagsbegleiterin – und es passte auf Anhieb, sowohl für sie, als auch für das Team des Heims. „Ich war vollkommen neu in diesem Metier,“ sagt sie, „aber es machte mir sofort Spaß, und ich hatte vor allem das Gefühl, gebraucht zu werden.“ Ihre Aufgabe beschreibt sie so: „Singen, reden, sich den älteren Menschen zuwenden, spazieren gehen, kleine Einkäufe mit den Senioren erledigen und auch Feste vorbereiten und natürlich feiern.“

Auch der Traumjob braucht einen Plan

Das klingt nach einem tollen Job, der allerdings auch ein großes Einfühlungsvermögen erfordert. Denn man muss sich auf die individuellen Wünsche einstellen und auch wieder Wünsche wecken. „Singen funktioniert da ganz gut – singen macht das Herz und die Seele frei,“ sagt sie. Also wird viel gesungen, dann wird viel vorgelesen von Märchen bis hin zu kleinen Erzählungen aus dem Leben der 1940er, 1950er, 1960er Jahre – halt aus der Kindheit und Jugend der Bewohner.

Auch dieser Job wird natürlich streng nach Plan erledigt, mal ist man in einem Wohnbereich eingesetzt, mal individuell bei einem Bewohner im Zimmer, mal ist auch Sport dran, mal ein Basteln für das nächste Fest. Die Aufgaben sind vielfältig. Und Grit Schlüter scheint ihren Traumjob gefunden zu haben: „Ich werde gebraucht, und ich fühle mich wohl,“ Viel besser kann es einem auf Arbeit nicht gehen.

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