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Der verkannte Exot

Nissan will mit dem Murano in der SUV-Oberklasse punkten – trotz eines neuen Diesel-Motors will das aber nicht so richtig gelingen.

Der Murano, das Flaggschiff der Marke Nissan, zeigt sich nach einem Facelift mit einem sportlicheren Blechkleid und - wie hier in der Executive-Version – auch mit 20 Zoll großen Rädern.
Norbert Glamann Der Murano, das Flaggschiff der Marke Nissan, zeigt sich nach einem Facelift mit einem sportlicheren Blechkleid und - wie hier in der Executive-Version – auch mit 20 Zoll großen Rädern.

Murano, ein klangvoller Name. Trotzdem ist der Bekanntheitsgrad von Nissans Oberklassen-SUV hierzulande relativ gering und der Japaner auf den Straßen eher ein Exot. Gerade einmal 234 Neuzulassungen gab es von Januar bis Oktober in Deutschland. Im letzten Monat wurde gar nur ein Fahrzeug verkauft. Dabei kann der Große mit 4,86 Metern in der Länge und 1,72 Metern in der Höhe der etablierten Oberklasse aus Ingolstadt oder München durchaus in manchen Dingen auf Augenhöhe begegnen. Zum einen macht der Japaner mit den stimmigen Proportionen seines gut geformten Blechkleids auf der Straße keine schlechte Figur. Und zum anderen kann er inzwischen auch mit einem 2,5-Liter-Diesel geordert werden, der mit seiner Leistung zu überzeugen weiß.

Platz gibt es reichlich im Flaggschiff der Marke Nissan. Bis zu fünf Personen können sich den Innenraum teilen und von hoher Warte die Aussicht als auch die Ledersitze im stilvollen Schwarz genießen – trotz der ein wenig zu kurz geratenen Sitzflächen. Ansonsten glänzt der Japaner mit perfekter Verarbeitung der hochwertigen Materialien – in solch einer Umgebung kann man sich wohlfühlen. Richtig gut ausgestattet, beispielsweise mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, ist das SUV bereits in der Basisversion. In der gefahrenen höchsten Ausstattung Executive kommen unter anderem noch beheizbare Rücksitze, ein zweiteiliges Glasdach und ein Bose-Soundsystem dazu. Eine Panorama-Kamera am Heck und eine im rechten Außenspiegel unterstützen das rückwärtige Einparken. Damit es aber beim Rangieren auch vor der Motorhaube zu keiner Kollision kommt, wären Parkpiepser an dieser Stelle durchaus hilfreich. 402 Liter Stauraum stehen hinter der elektrisch zu betätigenden Heckklappe zur Verfügung – das Angebot ist nicht sehr üppig.

Unter der Haube des Murano 2,5 dCi werkelt eine modifizierte Version des bereits aus anderen Modellen bekannten Selbstzünders. Damit kann das mit intelligentem Allradgetriebe ausgerüstete SUV auf 190 PS und ein Drehmoment von 450 Newtonmeter zurückgreifen. In Zusammenarbeit mit der Sechsstufen-Automatik reicht das für eine Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h. Zudem hat der Motor genügend Kraft, das Zweitonnen-Gerät in 10,5 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen. Doch der Murano will kein Asphalt-Sprinter sein. Seine Stärke liegt eher im Dahingleiten auf glatter Piste. Den Normverbrauch gibt Nissan mit 8 l/100 km an. Nicht ganz 10 l/100 km wurden am Ende abgerechnet. Mit 47 600 Euro ist die Basisversion kein Schnäppchen – wenn auch günstiger als bei vergleichbaren Konkurrenten. Hinzu kommt, dass für die Executive-Variante noch 4000 Euro extra zu berappen sind.