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Glätteunfall mit Sommerreifen: Vollkasko kann Leistung kürzen

Alle Jahre wieder nutzen Autobesitzer die Osterfeiertage zum Reifenwechsel. Doch gerade dieses Jahr hat gezeigt: Der Frühling hält sich nur bedingt an Vorgaben und hat mitunter eine weiße Überraschung parat.

Zu Ostern wurde so mancher Autofahrer von Graupelschauern und glatten Fahrbahnen überrascht.
Daniel Bockwoldt/Symbolbild Zu Ostern wurde so mancher Autofahrer von Graupelschauern und glatten Fahrbahnen überrascht.

Von Oktober bis Ostern: Wer nach der "O bis O"-Faustregel um Ostern herum auf Sommerreifen wechselt, darf die Witterung danach nicht einfach ignorieren. Bei Schnee- und Eisglätte müssten Autofahrer weiterhin mit M+S-Reifen fahren, sagt Simon Frost vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Bei Unfällen riskieren sie sonst Kürzungen bei der Vollkaskoversicherung. Außerdem droht ein Bußgeld. Die Haftpflichtversicherung dagegen kommt auch bei einem Glätteunfall mit Sommerreifen für Schäden von Dritten auf.

"O bis O ist nur eine Daumenregel", sagt Frost. Generell gilt in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht, die sich nicht nach Zeiträumen orientiert. Das heißt: Wird etwa im Mai noch einmal Schnee erwartet, sollten Autofahrer Winter- oder Ganzjahresreifen aufgezogen haben. Wer schon auf Sommerreifen gewechselt hat, lässt sein Fahrzeug dann im Zweifel lieber stehen, rät Frost. Auch vor Reisen sollte man die Wettervorhersage für die gesamte Fahrstrecke prüfen, um nicht von winterlichen Straßenverhältnissen überrascht zu werden.

Wintertaugliche Reifen sind laut ADAC an der Kennzeichnung M + S ("Matsch und Schnee") oder dem Symbol einer Schneeflocke in einem stilisierten Berg zu erkennen.