65. Internationale Autoausstellung:

Glanzparade in Krisenzeiten

Mit angezogener Handbremse werden die Autohersteller die schwere Absatzkrise in Europa nicht bewältigen können. Deshalb dürfen sich Besucher der Internationalen Automobil-Ausstellung auf viele neue Modelle freuen - von Supersportwagen bis Familienautos.

Für VW beginnt das Elektrozeitalter mit dem e-Up.
Marius Becker Für VW beginnt das Elektrozeitalter mit dem e-Up.

Der Automarkt in Europa ist am Boden. „Die Lage ist katastrophal.“ Diese Prognose des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen lässt Zweifel aufkommen, ob die 65. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) eine fröhliche PS-Party wird. Doch da ist der Forscher zuversichtlich: „Auf den Messeständen werden sich die Autobauer von ihrer Krise nichts anmerken lassen.“

„Nirgendwo sonst gibt es mehr Weltpremieren, mehr Hersteller, mehr Zulieferer, mehr Innovationen“, verspricht Matthias Wissmann vom Verband der Automobilindustrie (VDA), der die IAA ausrichtet. In Zahlen heißt das: rund 1000 Aussteller und etwa 230 000 Quadratmeter Messefläche. Was die Hersteller dort an neuen Autos auffahren, haben sie zum Teil schon angekündigt.

In der Sparte der Luxuskarossen darf man zum Beispiel auf Opels Monza Concept gespannt sein: Mit dieser Studie untermauern die Rüsselsheimer ihre Ambitionen, in die Oberklasse zurückzukehren. Opel stellt außerdem den überarbeiteten Insignia vor. Von Mercedes ist die frisch gestartete S-Klasse als Coupé und als 430 kW/585 PS starkes AMG-Modell zu erwarten. Und Audi zeigt den modernisierten A8 mit neuartigen LED-Matrix-Scheinwerfern.

Zu den Sportwagen, die auf der IAA ihren Einstand geben, zählt der nächste Porsche 911 Turbo mit 383 kW/520 PS und 412 kW/560 PS in der S-Version. Halb so stark ist der Peugeot RCZ R, der als Top-Version des Coupés aus einem nur 1,6 Liter großen Turbobenziner 199 kW/270 PS schöpft. Lamborghini hat den bisher extremsten Gallardo angekündigt: den LP 570-4 Squadra Corse.

Messe präsentiert viele neue Familienlimousinen

Auf der Öko-Schiene fährt BMW mit dem i3: Bei dem Kleinwagen mit Carbon-Karosserie handelt es sich um das erste rein elektrisch angetriebene Serienmodell der Bayern. Im November kommt der Viersitzer für mindestens 34 950 Euro in den Handel. Für Volkswagen beginnt das Elektrozeitalter mit dem e-Up, der mindestens 26 900 Euro kosten wird. Neben dem batteriebetriebenen Kleinwagen wird es auf der IAA erstmals auch den elektrischen Golf zu sehen geben.

Die Erfolgsgeschichte der SUVs wollen mehrere Autobauer mit IAA-Premieren fortschreiben. Für viel Aufsehen dürfte Mercedes mit dem GLA sorgen. BMW enthüllt die nächste Generation des X5 mit behutsam modernisiertem Design und neuer Basismotorisierung. Ein Facelift erhalten die SUV-Modelle Dacia Duster, Skoda Yeti und Range Rover Evoque.

Einen Ausblick auf ein neues Kompakt-SUV gibt Suzuki mit dem Concept Car iV-4, von Kia ist die Studie Niro für ein SUV im Kleinwagenformat zu erwarten.

Wer sich auf der IAA nach einem praktischen Familienauto umsehen will, kann sich in eine wahre Premierenflut stürzen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Citroën präsentiert den Siebensitzer Grand C4 Picasso, VW den Nachfolger des Hochdachmodells Golf Plus, Honda den Kombi Civic Tourer und Skoda den Rapid Spaceback. Ein weiterer neuer Kombi ist der Seat Leon ST. Einen Vorgeschmack auf Kombi-Vans von morgen geben Ford und aller Voraussicht nach Renault mit seriennahen Studien für die Nachfolger von S-Max und Espace. Fest steht auch, dass Peugeot in Frankfurt den neuen 308 gegen den VW-Golf in Stellung bringt. Smart gibt mit einem Showcar einen Ausblick auf seinen nächsten Viersitzer. Hyundai vergrößert seinen Kleinwagen i10. Und Audi zeigt das neue A3 Cabrio. Ebenfalls kein Geheimnis mehr: der erste 4er BMW.

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