Große Unfallgefahr:

Handy weg vom Steuer

Immer mehr Autofahrer sind während der Fahrt mit dem Smartphone im Internet unterwegs. Experten warnen vor Ablenkung und Unfallgefahr.

Fürs Telefonieren beim Fahren gibt es einen Punkt in Flensburg und eine Geldstrafe von sechzig Euro. Aber SMS schreiben oder lesen ist noch gefährlicher.
Karl-Josef Hildenbrand Fürs Telefonieren beim Fahren gibt es einen Punkt in Flensburg und eine Geldstrafe von sechzig Euro. Aber SMS schreiben oder lesen ist noch gefährlicher.

Schnell eine SMS verschickt, ein Blick auf die neuesten Nachrichten, mal kurz zurückgeschrieben, eine andere Musik programmiert – das Smartphone gehört für viele Menschen inzwischen zum Alltag, auch wenn sie am Steuer sitzen. Das Risiko werde allerdings massiv unterschätzt, warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Jeder vierte Autofahrer, so hat der Auto Club Europa ACE festgestellt, lässt sich im Fahrzeug von modernen Infotainment-Anwendungen ablenken.

Die Folgen sind katastrophal: Bei jedem zehnten Verkehrsunfall, so schätzt der ADAC, spiele Ablenkung inzwischen eine entscheidende Rolle.

SMS-Schreiben steigert Unfallrisiko

Man könne immer wieder erleben, dass Autofahrer Schlangenlinien fahren und sich offenbar für alles interessieren – nur nicht für den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug, sagt der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker. Sie seien damit eine Gefahr für sich selbst und für andere.

Belastbare Unfallzahlen gibt es für Deutschland zwar nicht, weil die Polizei die Kategorie „Ablenkung“ bei der Unfallaufnahme nicht erfasst. US-Studien lassen nach Angaben des Verkehrssicherheitsrates allerdings den Schluss zu, dass das Schreiben oder Lesen von Textnachrichten beim Autofahren das Unfallrisiko um mehr als das 20-Fache erhöht, Telefonieren „nur“ um das Sechsfache. Auch in Deutschland zeigt die Zahl der Unfälle, die durch abgelenkte Fahrer entstehen.

Vor allem junge Fahrer lassen sich leicht ablenken

Durch das Smartphone sei das Problem der Ablenkung jedoch noch viel größer geworden, sagt Nehm. Gefährdet sind vor allem junge Fahrer, die es gewohnt sind, über soziale Medien wie WhatsApp, Twitter oder Facebook zu kommunizieren, stellt der Verkehrssicherheitsrat fest. Abhilfe könnten Änderungen an den Geräten schaffen, glaubt der Auto Club Europa ACE.Zukünftige Smartphones könnten einen Autofahr-Modus haben, ähnlich dem bereits bekannten Flugzeug-Modus.

 Ein komplettes Smartphone-Verbot im Auto sei kaum realistisch, meint die Sprecherin der Deutschen Verkehrswacht, Hannelore Herlan. Die Einhaltung eines solchen Verbotes sei nicht zu kontrollieren.

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