Reifendruck:

Immer genügend Luft in den Rädern

Der richtige Reifenfülldruck ist wichtig. Doch viele Fahrer vernachlässigen ihn gerne. Deshalb ist jetzt ein neues Sicherheitssystem Pflicht.

Bei dem direkt messenden System sind Sensoren im Reifenventil verbaut, die den entsprechenden Reifendruck an den Bordcomputer weiterleiten.
Dekra Bei dem direkt messenden System sind Sensoren im Reifenventil verbaut, die den entsprechenden Reifendruck an den Bordcomputer weiterleiten.

Ab heute müssen alle in der EU neu zugelassenen Pkw und Wohnmobile mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Solche Systeme sind schon seit einigen Jahren in vielen Fahrzeugen verbaut – neu ist allerdings die Pflicht für jede Neuzulassung. „Eine Änderung, die Sinn macht, weil sie Leben retten kann“, erklärt Carsten Jänke, Leiter der Neubrandenburger Tüv-Station. Diese Kontrollsysteme kosten Geld und vermehren auch die Technik an den Fahrzeugen, aber der Nutzen überwiegt. Ein Sicherheitsplus, nennt auch Christian Koch, Reifenexperte bei der Dekra, die Neuerung.

„Zu niedriger oder auch zu hoher Reifenfülldruck verändert stark die Fahreigenschaften“, so Koch. „Vor allem in Kurven neigt das Fahrzeug zu instabilem Fahrverhalten, was natürlich zu schweren Unfällen führen kann.“ Doch es gebe noch andere Faktoren, die den richtigen Reifendruck bedeutsam machen. Zum einen spare er spürbar Kraftstoff. Zum anderen nutze sich ein Reifen nur mit dem vom Hersteller empfohlenen Luftdruck gleichmäßig ab. „Zu geringer Fülldruck sorgt für erhöhte Reifenbeanspruchung.

Fahrer prüfen zu selten den Reifendruck

Im Extremfall kann das bedeuten, dass der Reifen schlagartig ausfällt. Während der Fahrt kann eine solche Situation lebensgefährlich sein“, so der Dekra-Reifenexperte. Deshalb ist es wichtig, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren. Studien von Reifenherstellern haben ergeben, dass nur knapp 40 Prozent der teilnehmenden Autofahrer ihren Reifendruck regelmäßig überprüfen. Bei neuen Fahrzeugen hilft dabei in Zukunft das entsprechende System.

Auf dem Markt sind grundsätzlich zwei Arten von Reifendruckkontrollsystemen. Indirekt messende Systeme erkennen über die vorhandenen Sensoren für ABS und ESP an den einzelnen Rädern Veränderungen des Abrollumfangs der Reifen, die auf falschen Reifenfülldruck schließen lassen. Bei direkt messenden Systemen sind am Ventil eines jeden Reifens Drucksensoren angebracht, die nach sechs Jahren gewechselt werden müssen. Der Grund dafür ist, dass sie mit Batterien betrieben werden, die fest verschweißt sind, um Schmutz und Erschütterung auszuhalten. Auch für den Satz Winterreifen braucht jeder dann ein Set von Sensoren.

Sensoren sind Teil der Hauptuntersuchung

Carsten Jänke vom Tüv weist darauf hin, dass die Sensoren auch Teil der Hauptuntersuchung seien. „Noch können wir aber nur über die Bordcomputer eine mögliche Störung feststellen“, betont Jänke. Ab kommendem Jahr sollen die Fachleute jedoch mit neuer Messtechnik ausgestattet werden, mit der sie „tiefer in die Elektronik hineinsehen“ können.

Welches System im Fahrzeug verbaut ist und was beim Wechsel der Räder für die Wintersaison gegebenenfalls zu beachten bist, darüber informiert die Fachwerkstatt oder der Reifenfachhandel.

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