Fahrzeug-Test:

Kleiner Schwede im dezenten Offroad-Look

Volvo hat mit dem V40 Cross Country einen schicken, kleinen Flitzer in seiner Modellpalette, doch ein richtiger Geländegänger ist er nicht.

Volvos Kleinster versteht sich als Premium-Angebot. Ein Schnäppchen ist er jedoch nicht.
Norbert Glamann Volvos Kleinster versteht sich als Premium-Angebot. Ein Schnäppchen ist er jedoch nicht.

Der kleine Schwede trickst ein wenig. Der Hauch von Offroad-Look, der den Volvo V40 Cross Country umgibt, macht ihn längst noch nicht zum Geländespezialisten. Daran ändern auch die dezenten Insignien wie das gegenüber dem herkömmlichen V40 etwas höher gelegte Fahrwerk, der Unterfahrschutz und die veränderte Heckschürze wenig. Denn etwas nicht ganz Unwesentliches fehlt – der Allradantrieb. Denn der ist für das kleinste Modell des schwedischen Autoherstellers in der dieselgetriebenen Offroad-Variante nicht vorgesehen und wird nur für das Top-Modell aus der Benzinfraktion angeboten.

Den meisten Kunden jedoch dürfte der Allrad-Antrieb ohnehin egal sein. Denn die wenigsten verirren sich in schwieriges Terrain. Auf etwas Offroad-Feeling mag so mancher jedoch nicht verzichten. Für rund 1800 Euro Zulage gegenüber dem normalen V40 bietet Volvo ihm dieses Vergnügen mit dem Cross Country. Obwohl – Innen fühlt man sich auch nicht anders, wie in jedem anderen V40. Das Passagierabteil ist edel. Materialauswahl und Verarbeitung sind hochwertig bis ins kleinste Detail. Das Cockpit ist klar gestaltet und glänzt mit digitalem Tacho und Drehzahlanzeige. Auch das Platzangebot im 4,37 Meter langen Fahrzeug geht in Ordnung. Nur auf der Rückbank wird es ein wenig eng, sollte sie mit drei Personen ausgebucht sein. Zudem ist der hintere Einstieg ziemlich schmal geschnitten. Hübsch fürs Auge sind die optionalen Ledersessel, in denen sich es bequem reisen lässt. Beim Kofferraum heißt es zurückstecken: 335 Liter sind etwas dürftig, wenn die Familie ins Wochenende fährt. Dafür ist die Serienausstattung üppig. Start-Stopp-Automatik beispielsweise gehört dazu. Wer mehr will, kann sich in der Zusatzliste bedienen.

Unter der Haube des 1580 kg schweren Cross Country arbeitet ein 177 PS starker Diesel mit einem beachtlichen Drehmoment von 400 Newtonmeter. Diese Kooperation macht den kleinen Schweden flink wie ein Wiesel – in 8,6 Sekunden ist er auf Tempo 100. Erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h verlassen ihn die Kräfte. Trotz seiner anstrengenden Arbeit verwöhnt er seine Passagiere durch große Zurückhaltung, denn Innen geht es angenehm leise zu. Das Fahrwerk ist sportlich straff ausgelegt und hält den Country auch in den Kurven gut in der Spur. Allerdings lässt es die Fahrgäste an den groben Unebenheiten der Straße tüchtig teilhaben. Sportlich-knackig versieht die Sechs-Gang-Handschaltung ihren Dienst, die Lenkung geht sehr präzise.

5,9 l/100 km genehmigte sich laut Bordcomputer der Motor am Ende der Fahrten, etwas mehr als der Normverbrauch von 4,4 l/100 km vorschreibt. Trotzdem, bei einem Fahrzeug mit dieser Leistung kann man damit durchaus leben. Weniger glücklich dürfte allerdings der Blick auf die Preisliste machen. 32 380 Euro ruft Volvo für den Cross Coutry in der mittleren Ausstattungsvariante Momentum auf. Mit Extras versehen, summierte sich das Ganze für den Testwagen auf stolze 48 595 Euro. Premium hat eben seinen Preis.

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