Fahrtest:

Mit diesem Racker möchte man gerne durchs Leben fahren

Der Audi A1 präsentiert sich ab diesem Jahr mit neuen Motoren. Aber die allein machen es nicht aus, dass sich der Fahrer in dem Kleinwagen wie in einem ganz Großen fühlt.

Optisch aufgefrischt präsentiert sich der Audi A1.
Audi Optisch aufgefrischt präsentiert sich der Audi A1.

Wer am Flughafen von Nizza aussteigt und zu den Parkplätzen geht, der erwartet die großen Limousinen der Schönen und Reichen, die sich hier an der Côte d’Azur tummeln. Klar, auch die stehen dort. Vom Maybach über den 7er BMW, den Ferrari bis hin zum Rolls Royce. Aber wer will diese großen Schiffe durch die engen Gassen des benachbarten Monacos steuern? An den Berufsverkehr wollen wir gar nicht denken. Deshalb: Koffer rein in den Audi A1, diesen kleinen, süßen Schnuckel. Ohne Mühe schluckt er den großen Hartschalenkoffer und obendrauf passt auch noch die Tasche.

Der kleinste der Ingolstädter ist eben nicht winzig, schon gar nicht öde, langweilig, billig. Kurzum: Die Kleinsten in der Modellpalette der Autohersteller werden oft unterschätzt. Der A1 hält gut mit der Mittelklasse mit. Und wie man es von Audi gewohnt ist, verspricht er in puncto Verarbeitung und Anmutung sogar die Vorzüge der Oberklasse. Beim Einsteigen klappt die Türe zu wie bei den Großen, kein Scheppern, kein Klappern. Die Dämmung – einfach perfekt.

Sieben Gänge machen Fahren zum Genuss

Noch immer befinden wir uns auf dem Flughafen von Nizza und die Flugzeuge, die abheben und landen, sind nur ein leises Schnurren. Der Motor besitzt mit seinen 192 PS mächtig Kraft, erledigt seine Arbeit aber fast lautlos. Die Sieben-Gang-S-tronic-Schaltung macht das Fahren zum Genuss. Einfach Gas geben, bequem im Fauteuil sitzen, die Landschaft genießen – fertig. So stellt man sich Entspannung vor.

Für alle, die nicht nur gemächlich vor sich hinfahren, sondern bissig durch die Straßen düsen, mit einer Berührung des Gaspedals in den Sitz gepresst werden wollen – auch das bietet der A1, und zwar nicht nur mit der neuen Top-Motorisierung. Knackige Fahrerlebnisse, die sich vor allem in den Serpentinen über Monaco zeigen, bietet der kleine Rennflitzer auch schon mit 90, 116 oder 150 PS. Zu jeder Zeit fühlt sich der Fahrer sicher. Die elektromechanische Servolenkung und das neue adaptive Fahrwerk halten den kleinen Racker in der Spur als würde er auf Schienen dahingleiten. Mit ihm ins Schleudern zu geraten, egal wie zackig man fährt oder einmal ein Ausweichmanöver durchzuführen hat, scheint völlig unmöglich.

Viele Wahlmöglichkeiten für Käufer

Nun ist der A1 nicht neu auf dem Markt. Seit 2010 hat sich der große Kleinwagen 500 000 Mal verkauft. Doch vom ersten Quartal dieses Jahres an dürfte er an Zuspruch zulegen. Denn Audi lässt Wahlmöglichkeiten zu wie bei kaum einem anderen Wagen. Zwei Design-Linien (plus die Basis), 17 verschiedene Räder, 19 Farb- und Stoffkombinationen, zwölf Farben und vier verschiedene Lackierungen für den A1-spezifischen Dachbogen, dazu noch individualisierende Akzentstreifen außen. Sieben verschiedene Farben für die Luftdüsen im Innenraum. Insgesamt sind eine Millionen verschiedene Kombinationen möglich. Da entfährt einem einfach nur ein: Wow!

Damit treiben die Bayern die Individualisierung auf die Spitze. Aber genau das will der Kunde von heute. Alles muss anders, peppiger, mondäner sein als beim Bekannten um die Ecke.

Der A1 wildert vor allem in der jungen Zielgruppe und bei jungen Familien, die Frische, Farben und dem Lifestyle zugetan sind, aber dennoch auf Sportlichkeit und Aggressivität nicht verzichten wollen. Ständige Erreichbarkeit spielt bei dieser Klientel keine zu vernachlässigende Rolle. Kein Wunder, dass das Infotainment-Paket mit allen Schikanen eines Großen aufwartet: W-Lan-Hotspot, Google-Maps-Street-View und Internet-Radio.

Audi A1 Sportback 1.8 TFSI, Motor: 4-Zyl.-Benziner, Leistung: 192 PS, 0–100 km/h: 6,9 Sek., Spitze: 234 km/h, Verbrauch: 5,6 l, CO2: 130 g/km, Preis: ab 26 750 Euro

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