:

Mit Geduld und Köpfchen durch die Stauzeit

Wer zum Ferienstart mit dem Auto auf Reisen geht, muss Verspätungen einplanen. Dann wird es wieder richtig voll auf den Urlaubsrouten – Staus sind die Folge. Mit den richtigen Tipps, von Tom Nebe zusammengestellt, kommen Autofahrer ohne große Probleme durch die Nadelöhre.

Wer nur einige kleine Tipps beherzigt, kommt trotz Staus entspannt am Urlaubsziel an.
Peter Kneffel Wer nur einige kleine Tipps beherzigt, kommt trotz Staus entspannt am Urlaubsziel an.

• Reiseplanung mit Köpfchen:

Vor langen Wochenenden oder zum Ferienstart sind die Autobahnen voll. Besonders eng wird es an Baustellen. Aktuelle Engpässe sind in den Verkehrslageberichten der Automobilclubs aufgeführt. „Über die Eingabe eines Zwischenziels im Navigationsgerät können solche Stellen danach umfahren werden“, sagt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Zwar stellen sich die Umfahrungen oft nicht als schneller heraus. Sie haben jedoch einen psychologischen Effekt: „Wenn es rollt, sind alle im Auto zufrieden“, erklärt Hack.

• Richtiges Verhalten im Stau:

Kommt ein Stauende in Sicht, heißt es, Tempo drosseln, Warnblinker einschalten, langsam an den Stau heranfahren und Abstand zum Vordermann halten. Das ist wichtig, weil am Stauende die größte Gefahr von hinten droht. „Den Rückspiegel in der Situation lieber immer im Blick haben“, rät Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Übersieht ein nachfolgender Fahrer das Stauende, kann man unter Umständen noch zur Seite ausweichen – wenn man Platz gelassen hat.

Platz brauchen auch Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst, um Unfallstellen erreichen zu können. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) erklärt zur Rettungsgasse: „Auf zweispurigen Strecken wird diese in der Mitte beider Spuren gebildet, bei drei Spuren zwischen der linken und mittleren Spur.“

Im Stop-and-go-Verkehr ist ein Abstand von zwei Fahrzeuglängen zum vorausfahrenden Auto ideal, um entspannt vorwärtszukommen. „Auffahren und ständiges Bremsen sorgen dagegen für noch mehr Stocken“, sagt Rademacher. Auch ständige Fahrbahnwechsel bringen nichts – außer mehr Frust bei den Mitfahrern. „Völlig tabu ist der Seitenstreifen“, betont Lucà. Dieser ist Pannenfahrzeugen vorbehalten. Ausnahmen sind Abschnitte, auf denen der Standstreifen durch Verkehrsleittafeln bei starkem Verkehrsaufkommen oder durch die Polizei freigegeben wird.

• Gelassen bleiben:

Hilfreich ist, vor der Abreise Staus einzuplanen. „Navis zeigen eine errechnete Ankunftszeit an – auf die noch ein, zwei Stunden drauf schlagen“, empfiehlt Hack. Der gefühlte Zeitdruck ist damit weg. Herrscht kompletter Stillstand, kann man sich auch mal rund ums Auto die Beine vertreten. Doch Straße bleibt Straße: „Man sollte keine Wanderung zum Anfang des Staus machen oder die Kinder auf dem Standstreifen Federball spielen lassen“, mahnt Rademacher.

• Proviant einpacken:

Wenn es auf der Autobahn nur langsam vorangeht, ist eigentlich der perfekte Zeitpunkt für eine Rast. Nur: Oft ist genau dann kein Rastplatz in Sicht. „Oder es haben viele die gleiche Idee, und er ist voll“, sagt Hack. Umso wichtiger ist es, genügend Proviant an Bord zu haben: Hack empfiehlt einen Liter Wasser pro Person, Müsli-Riegel sowie Obst und Gemüse.