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Retter haben auf der Straße schwere Fahrt

Bei Einsätzen von Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen ist Eile geboten. Doch oft genug wird der schnellste Weg durch die Angst der Autofahrer blockiert.

Weil Autofahrer falsch reagieren, müssen die Rettungswagenfahrer aufmerksam und vorsichtig sein.
Marcel Kusch Weil Autofahrer falsch reagieren, müssen die Rettungswagenfahrer aufmerksam und vorsichtig sein.

Bei Notrufen zählt meist jede Minute, in der die Polizisten, Rettungssanitäter oder Feuerwehrleute unterwegs sind. Doch Autofahrer machen nicht immer alles richtig, wenn sich die Einsatzfahrzeuge nähern. „Die Bürger wirken verunsichert“, so Polizeisprecherin Diana Mehlberg aus Neubrandenburg. „Für die Polizisten muss die Situation schnell übersichtlich sein.“ Die Regel lautet daher: Langsamer werden und an den rechten Rand fahren, damit in der Mitte eine Rettungsgasse bleibt.

„Die Fahrer sind mit dieser Ausnahmesituation nicht vertraut“, sagt auch Maik Schuppenhauer, der den Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Neustrelitz leitet. Besonders Autofahrer, die abrupt und zu scharf bremsen, würden die Einsatzwagen gefährden. „Darauf können wir mit unseren großen Fahrzeugen schlecht reagieren, der Bremsweg ist länger“, so Schuppenhauer. „Autofahrer sollten außerdem darauf achten, nicht auf gleicher Höhe stehen zu bleiben, so behindern sie uns nicht“, sagte Schuppenhauer.

Die Regel, bei Blaulicht und Martinshorn an der Seite anzuhalten, kennen viele Autofahrer noch aus DDR-Zeiten, weiß Heiko Laß, der Wehrführer der Anklamer Feuerwehr. „Das muss aber mittlerweile nicht mehr sein, Hauptsache, die Autos fahren langsamer und machen Platz.“

Kreuzungen müssen in jedem Fall geräumt werden, auch wenn Autofahrer dabei eine rote Ampel überfahren, erläutert Diana Mehlberg. Löst dabei ein Rotlichtblitzer aus, gibt es keine Strafe, sagt die Polizeisprecherin. Wenn Autofahrer allerdings die Fahrbahn blockieren, werden sie zur Kasse gebeten: 20 Euro kostet die Ordnungswidrigkeit.