Auto der Zukunft:

„Vernetztes Auto“: LTE kommt in Mode, WLAN muss warten

Bis sich Autos per WLAN gegenseitig vor Gefahren warnen, dauert es noch. Bis dahin vernetzen sie sich mit Servern der Autohersteller, um an Verkehrsinformationen zu gelangen. Besonders schnell geht das mit LTE.

Als erster Autohersteller bringt Audi den schnellen Datenübertragungsstandard in den S3 Sportback. Foto: Hersteller
Abdruck fuer Pressezwecke honora Als erster Autohersteller bringt Audi den schnellen Datenübertragungsstandard in den S3 Sportback. Foto: Hersteller

Warnung vor Geisterfahrern oder dem Stauende hinter der nächsten Kurve: Mit Hilfe neuer Vernetzungstechnologien sollen Autos über das Verkehrsgeschehen in ihrem direkten Umfeld miteinander kommunizieren, um das Fahren sicherer zu machen. Doch bis dahin wird es noch eine Weile dauern. Frühstens 2015 kommen die ersten Fahrzeuge mit dem notwendigen WLAN-Standard auf die Straße, sagte Josef Jiru vom Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK. Fahrzeuge mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE sind allerdings bereits auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt zu sehen.

„Die Autohersteller haben Ende vergangenen Jahres ein Memorandum unterzeichnet, in dem sie festhalten, 2015 erste Autos mit dem WLAN-Standard ITS-G5 auf 5,9-Gigahertz-Basis in Serie zu bringen“, sagte der Leiter der Arbeitsgruppe Automotive Connectivity am ESK. Die Technik eigne sich gut für sogenannte Active-Safety-Dienste: Autos können damit dezentral ohne den Umweg über einen Server miteinander kommunizieren – sich beispielsweise vor Ölspuren, Unfällen und Stauenden direkt warnen. Bis diese unter den Begriffen Car-to-Car oder Car-to-X geführte Vernetzung den Straßenverkehr in großem Stil sicherer macht, müssen laut dem Experten allerdings genügend Autos mit der neuen Technologie ausgestattet sein. „Manche Experten gehen von einer Penetrationsrate von 10 Prozent, andere von 20 Prozent aus.“ Offen sei außerdem, wer die Umstellung der Infrastruktur zahlt.

Bereits auf die Straße kommen derzeit Autos mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE. Audi zeigt auf der IAA als erster Hersteller eine vollintegrierte Lösung. Auch BMW hat sich dem Thema gewidmet und bietet einen Zusatzrouter für den Internetzugang von bis zu acht mobilen Endgeräten an.

LTE eignet sich laut Jiru auch für Car-to-X, doch würden Autohersteller den Standard zunächst vorrangig nutzen, um ihre Online-Verkehrsdienste zu optimieren. „Dabei werden Fahrzeuge nicht direkt untereinander, sondern mit dem Backend des jeweiligen Autoherstellers vernetzt.“ So schickt auch Audi über seine Server derzeit vor allem Echtzeit-Informationen über die Verkehrssituation an die Autofahrer weiter.

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