Gebrauchtwagenkauf:

Vier Augen sehen mehr als zwei!

Wer sich ein gebrauchtes Auto kauft, kann dabei Fehler vermeiden, wenn er das Fahrzeug gründlich prüft. Gemeinsam mit Ralf-Peter Wehr, dem Chef-Gutachter der Neubrandenburger Dekra, hat Matthias Lanin zehn Tipps für den Gebrauchtwagenkauf zusammengestellt.

Um beim Gebrauchtwagenkauf nicht auf die Nase zu fallen, sollte man einige wichtige Dinge beachten. Foto: mid
Um beim Gebrauchtwagenkauf nicht auf die Nase zu fallen, sollte man einige wichtige Dinge beachten. Foto: mid

Die Vier-Augen-Regel

Sehen Sie sich den Gebrauchten nicht allein an. Am besten nehmen Sie, wenn Sie jemandem vertrauen, einen Experten für Autos mit. Die Verstärkung ist nicht nur für die bessere Sicht gut, auch als Gedächtnisstütze hilft der Vertrauensmann.

Entfernte Details

Die Grundregel lautet: „Weg vom Auto!“. Denn Beulen oder andere Unebenheiten auf der Oberfläche lassen sich nicht erkennen, wenn der Käufer mit der Nasenspitze am Lack nach ihnen sucht. Gehen Sie vier oder fünf Meter zurück und wandern sie um das Auto herum. Durch den sich ständig verändernden Winkel, erkennen Sie mit verzogenen Spiegelungen auch mögliche Dellen und Beulen.

Die Farbe macht den Ton

Sollte Ihnen das Auto als unfallfrei angeboten werden, müssen Sie genau auf Farbunterschiede im Lack achten. Doch selbst für geübte Augen sind gut gemachte Ausbesserungsarbeiten schwer zu erkennen. Denn Profis arbeiten heute nicht nur an der entsprechenden Stelle, sondern lackieren auch gleich Nachbarteile des Autos mit. „Farben verblassen aber mit der Zeit. Steht ein Auto ein Jahr lang immer auf dem gleichen Parkplatz, kann man am Lack die Schattenseite erkennen“, erklärt der Dekra-Fachmann.

Der Scheckheft-Check

Scheckheft vorhanden? Achten Sie auf die regelmäßigen Ölwechsel und dass die Zahnriemen auch bei 80 000 oder 160 000 Kilometern (gilt für Benziner) gewechselt wurden. Viele plötzliche Motor- oder Getriebeschäden lassen sich durch diese Obacht beim Kauf ausschließen.

Lauschangriff gewollt

Wer Ihnen keine Probefahrt gestattet, bei dem kaufen Sie kein Auto! Und während der obligatorischen Probefahrt sollten Sie genau auf die Laufgeräusche achten: Getriebe, Achsaufhängung, Bremsen, Lenkmechanik können dabei Fehler offenbaren. Deshalb bleibt das Radio bei der Testfahrt aus.

Tür auf und zu

Schließen sämtliche Türen leicht und geräuschlos? Wenn nicht, könnte das ein Hinweis auf eine verzogene Karosserie oder schlampige Wartung sein. Außerdem sollten Sie auf die Spalten an den Türen achten, die bei modernen Autos alle gleich breit sein müssen!

Altersanzeichen

Gern mogeln Verkäufer bei der Laufleistung oder beim Alter der Gebrauchten. Sehen Sie sich den Fahrersitz an: vor 50 000 Kilometern ist hier keine Abnutzung zu erkennen. Die Pedale sind vor

80 000 Kilometern nicht abgenutzt und blank gescheuert. Entfernen Sie die Sitzbezüge und den Lenkradbezug, denn das Alter bei Autos erkennt man nur unter der Haut.

Auf die Knie

Sehen Sie unter den Fußmatten und Teppichen sowie im Kofferraum nach. Der Innenraum darf nicht feucht sein, das ist von der Hygiene abgesehen bei modernen Autos auch Gift für die Elektronik. Zudem könnten hier Risse oder Falten im Boden mit einer hübschen Matte verdeckt sein, die auf einen Unfall hindeuten.

Standard und Kür

Sind unter dem Auto Pfützen zu sehen? Wie sieht das Tragbild der Bremsscheiben aus? Risse, Steinschlag an den Scheiben? Ganz hinterhältige Verkäufer behandeln den Unterboden gern mit schwarzem Unterbodenschutz, der sogar Löcher in der Karosserie verdecken kann.

Zeit, Zeit, Zeit ist Geld

Lassen Sie sich viel Zeit. Viele recherchieren länger, wenn Sie sich eine Waschmaschine kaufen als bei einem gebrauchten Auto. „Wenn man sich die Preisunterschiede ansieht, macht das wenig Sinn“, findet Ralf-Peter Wehr. Also mindestens eine Stunde am Auto plus Probefahrt.

Denn von einem gestressten und unachtsamen Käufer profitiert am Ende nur einer: der Verkäufer.

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