Weniger ist manchmal mehr:

Was beim Autopolster-Putz schieflaufen kann

Die Beziehung zwischen Autofahrer und Autositz ist innig: Beide kommen sich so oft so nahe, dass das nicht ohne Folgen für die Stoffpolster bleiben kann. Aber eben schnell drüberputzen ist nicht: Falsches Reinigen kann die Sitze ruinieren.

Schaumreinigung für die Sitze: Mit einem feuchten Schwamm wird Polsterreiniger aufgetragen und anschließend mit einem nebelfeuchten Tuch der gelöste Schmutz aufgenommen.
Franziska Gabbert Schaumreinigung für die Sitze: Mit einem feuchten Schwamm wird Polsterreiniger aufgetragen und anschließend mit einem nebelfeuchten Tuch der gelöste Schmutz aufgenommen.

Hundehaare, Colaflecken, verschmierter Pizzabelag oder sogar Erbrochenes: Autositze müssen einiges mitmachen – von normalem Straßendreck und Staub einmal ganz zu schweigen. Da ist die gelegentliche Reinigung und Pflege Pflicht. Weniger ist dabei jedoch mehr: „Je häufiger man Polstersitze reinigt, desto schneller verschmutzen sie“, sagt Markus Herrmann, Präsident des Bundesverbandes Fahrzeugaufbereitung. „Die Sitze sind imprägniert und bei jeder Reinigung trägt man diese stückchenweise ab.“

Das sieht auch Christian Petzoldt, Fachbuchautor zum Thema Fahrzeugpflege, so. In der Regel genüge eine gründliche Reinigung pro Jahr: „Am besten nach dem Winter, damit der ganze Schmutz rauskommt.“ Zwischendurch sollte man nur bei starken Verschmutzungen reinigen.

Beim Auffrischen und Säubern der Polster beginnt man immer mit den mildesten Mitteln und sanftesten Werkzeugen, rät Petzoldt. Zunächst wird loser Schmutz wie Sand mit dem Staubsauger entfernt. „Denn der könnte bei der weiteren Behandlung Beschädigungen an den Fasern des Polsters verursachen.“ Die Düsenaufsätze dürfen keine harten oder scharfen Kanten haben. Und Vorsicht: Wird zu stark gedrückt, verschleißen die Fasern. Alternativ kann eine weiche Nylonbürste der sanft über das Polster geschobenen Düse den Schmutz zutreiben.

Experte: Viel Wasser schadet viel

Sind danach noch Flecken da, schlägt die Stunde von Waschmittel und Polsterreiniger. Reiniger greifen die Fasern stärker an als milde Waschmittel für Synthetik, zu denen Petzoldt im ersten Schritt rät. Denn: „Die heutigen Polsterstoffe sind synthetisch und nicht mehr aus Baumwolle.“ In einem feuchten Schwamm, oder bei stärkeren Verschmutzungen auf der Nylonbürste, schäumt man etwas Waschmittel auf und fährt damit dann möglichst leicht über die Oberfläche. „Den gelösten Schmutz nehme ich mit einem nebelfeuchten Baumwolltuch auf“, so Petzoldt. Dann reibt man mit einem trockenen Tuch nach.

Bei sehr kalkhaltigem Leitungswasser greift man zu destilliertem Wasser, damit am Ende etwa Cola- nicht noch zu Kalkflecken werden. „Kalk kann sehr aggressiv wirken und Oberflächen angreifen“, sagt Markus Herrmann. Und: „Viel Wasser schadet viel“, wenn der Mix aus Reinigungsmittel, Feuchtigkeit und Schmutz bis in den Polsterkern sickert, diesen oder auch etwaige Elektronik in den Sitzen angreift.

Polsterschaum wird nach den Herstellerangaben angewendet, man sollte aber darauf achten, wirklich ein Produkt für Polster zu kaufen und nicht eines für Bodenbeläge. „Die sind unter Umständen für direkten Hautkontakt nicht geeignet“, warnt Petzoldt.

 

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