Requisite auf Rädern:

Wie das eigene Auto zum Filmstar wird

Einmal im Leben ein Filmstar zu sein, bleibt für viele ein Traum. Aber immerhin kann es das eigene Auto auf die Leinwand schaffen. Es locken mehrere Hundert Euro pro Drehtag.

Besonders Oldtimer und seltene Modelle werden für Filmaufnahmen gesucht.
Jens Trenkler Besonders Oldtimer und seltene Modelle werden für Filmaufnahmen gesucht.

Für viele Film- und Werbeaufnahmen zählt das Auto zur rollenden Requisite. Ob lediglich als Kulisse am Straßenrand oder gleich als Hauptdarsteller in einem Roadmovie – das passende Fahrzeug wird von Produktionsfirmen oft händeringend gesucht.

Einige Unternehmen haben sich deshalb auf das Beschaffen und Vermitteln von speziellen Autos für Film, Fernsehen und Werbung spezialisiert. Zwar kann jeder Fahrzeugbesitzer sein geliebtes Blech auch selbst Requisiteuren, Filmausstattern und Agenturen anbieten. Doch das ist eher mühsam und selten von Erfolg gekrönt. Praktischer und einfacher ist eine Zusammenarbeit mit Vermittlungsportalen wie Rampenlicht-berlin.de, Film-autos.com, Filmauto.de oder Spielmobil.tv.

Von den Agenturen werden jedoch eher außergewöhnliche Fahrzeuge gesucht. Dazu zählen Young- und Oldtimer, US-Fahrzeuge sowie Militär- und Einsatzautos. Einige Requisitenunternehmen vermitteln auch Motorräder, Flugzeuge und Boote.

Rampenlicht Berlin hat sich auf US-Classic-Cars, Youngtimer und Oldtimer spezialisiert. Die Fahrzeuge werden für Werbeaufnahmen und Filme vermittelt. Die Leihgebühr für die Autos liegt zwischen einem zweistelligen Betrag für kurze Fotoaufnahmen bis zu mehreren hundert Euro pro Drehtag. „Als Fahrzeugbesitzer sollte man aber nicht erwarten, mit der Vermietung reich zu werden“, sagt Ursula Narr von Rampenlicht Berlin. Vielmehr sollten Besitzer den Ausflug ins Filmgeschäft als einen kleinen Nebenverdienst ansehen.

Bei der Agentur Spielmobil in Hamburg können Interessierte ihre Fahrzeuge ebenfalls kostenlos in einer Datenbank eintragen lassen. Inhaber Jan Trommer ist spezialisiert auf deutsche Serien wie die norddeutschen Tatorte, Polizeiruf oder Großstadtrevier. Dafür benötigt er immer mal wieder auch normale Alltagsautos. Rund 130 Fahrzeuge hat er zwar in seinem eigenen Bestand, bei speziellen Anfragen greift er aber auf seine Datenbank zurück.

Wichtiger Tipp: Auf die Versicherung achten

Eine der vermutlich größten Sammlungen an vermietbaren Oldtimern bietet die Internetplattform Film-autos.com. Aktuell sind dort mehr als 3000 Fahrzeuge unterschiedlicher Epochen, Modelle, Farben und Ausstattungen registriert. Das älteste Fahrzeug ist ein Ford Quadricycle von 1896. „Unsere Fahrzeuge können die Realität einzelner Jahrzehnte perfekt nachbilden“, sagt Inhaber Wilko Müller.

Die Registrierung in der Datenbank ist kostenlos. Der Halter beschreibt sein Fahrzeug in einem Onlineformular, lädt einige Fotos hoch und gibt seine Preisvorstellung für eine Tagesmiete ab. Nach Prüfung des Autos bekommt er eine Preiseinstufung zugeschickt. Je nach Fahrzeug, Zustand und Verfügbarkeit liegen die gezahlten Mietpreise zwischen 200 und 800 Euro. Für die Vermittlung erhält das Unternehmen zehn Prozent des Mietpreises plus Mehrwertsteuer.

Findet das eigene Auto einen Interessenten, müssen die Bedingungen für den Einsatz am Dreh geklärt werden: Wann, wo und zu welchen Konditionen wird das Auto genutzt? Selten ist der Drehort am Standort des Autos. Ob sich die Fahrt lohnt, muss der Besitzer entscheiden. Kurze Strecken zahlt der Halter oft selbst. Ist der Weg zum Set weiter, kann das Auto transportiert werden. Die Kosten übernehmen in der Regel die Filmfirmen – das sollte vorher in den Vertragsbedingungen nachgelesen werden.

Autobesitzer mit Film-Ambitionen sollten sich vor Drehbeginn auch über eine spezielle Drehortversicherung informieren, rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Denn bei einer allgemeinen Vollkaskoversicherung seien nicht unbedingt Filmschäden versichert. Auch mögliche Burnouts oder Driftszenen sollten vorher mit der Produktionsfirma geklärt werden.

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