Stiefkind Fahrbibliothek:

Geldsegen des Landes trifft Bücherbus nicht

Der Kampf um die einzige Fahrbibliothek in der Landesmitte geht weiter: Noch hat sich der Landkreis nicht klar positioniert, spricht aber von einer möglichen Umschichtung der Mittel zugunsten des Busses, damit dieser weiter rollen kann. Sondermittel vom Land kommen nur dem Medienerwerb zugute.

Ein Blick in die Fahrbibliothek, bevor es sie vielleicht nicht mehr gibt.              
Vera Odilia Nick Ein Blick in die Fahrbibliothek, bevor es sie vielleicht nicht mehr gibt.  

Zur Zukunft der Fahrbibliothek an der Seenplatte hat der Landkreis noch kein klares Statement abgegeben. "Die fehlenden Landesmittel zur Betreibung der Fahrbibliothek müssen durch Umschichtungen im Haushalt des Amtes für Wirtschaft, Kultur, Tourismus ausgeglichen werden", meint der Leiter des betreffenden Amtes, Axel Müller, auf Nordkurier-Nachfrage. Der Kulturausschuss werde sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen und gegebenenfalls dem Kreistag einen Vorschlag zur Zukunft des Bücherbusses unterbreiten.

In diesem Jahr kann der Bücherbus noch rollen: Im Haushalt 2013 sind insgesamt 44 000 Euro dafür eingestellt. Etwas mehr als 5000 Euro erhält der Verein, der die Bibliothek betreibt, vom Land. Noch. Denn ab 2014 sollen diese Mittel für den Erwerb von Medien in städtischen Bibliotheken verwendet werden (der Nordkurier berichtete). Für 2014 hat der Verein 30 500 Euro für die Betreibung der Fahrbibliothek beim Kreis beantragt. "Das ist die Geldsumme, die wir immer vom Kreis bekommen haben und mit der wir auch gut wirtschaften konnten", erklärt Vorstandsvorsitzende Cornelia Grosch. Die höhere Summe für 2013 begründet sie mit der Finanzierung einer Altersteilzeit, die 2014 ausläuft. "Die Landesmittel aber werden uns fehlen. Bekommen wir die nicht anderweitig, steht der Bus ab November 2014 definitiv", sagt Grosch und bekräftigt erneut, alle möglichen Gremien zu aktivieren.

Derweil lobt sich das Bildungsministerium für eine Sonderförderung, die Mitte September zugleich mit dem Aus für die Förderung der Betriebskosten für die Bücherbusse beschlossen wurde: Es handele sich um das Vierfache der bis dato gewährten Zuwendung, die bisher für die Fahrbibliotheken verwendet wurde. Diese Sonderförderung allerdings ist auch "nur" für den Ankauf von Büchern und anderen Medien vorgesehen, so das Land. Die Grundförderung von rund 165 000 Euro werde somit um 180 000 Euro aufgestockt. Von diesem Sondersegen habe man den Fahrbibliotheken nichts angeboten, so Grosch.

 

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