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300 000 Euro für Warener Bahnhof

Dass etwas "Kohle" den Plan befeuern würde, daraus hatten die Investoren, die das Bahnhofsgebäude sanieren wollten, kein Geheimnis gemacht. Das machten aber die Warener Stadtentwickler, die lieber nicht öffentlich darüber berieten.

Die Investoren haben das Haus samt Grundstücken für etwas mehr als 90 000 Euro von der Stadt gekauft.
Bernd Wüstneck Die Investoren haben das Haus samt Grundstücken für etwas mehr als 90 000 Euro von der Stadt gekauft.

Nun könnte er bald anrollen, der „Schotter“, der das alte Bahnhofsgebäude in Waren auf neue Gleise bringen soll. Dass Steuergeld der Sache gut tun würden, das fanden die meisten der Mitglieder im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss. Allerdings hielten sie es für genauso angebracht, darüber im nicht öffentlichen Teil der Sitzung zu beraten. Fakt ist, dass nach jetzigem Stand mehr als 300 000 Euro von der Stadt an die Bauherren fließen könnten. Das Geld aus dem Topf der Städtebauförderung wird aufgrund der sogenannten förderfähigen Bausumme – aktuell 400 000 Euro – berechnet. Man geht mit 85 Prozent davon heran. Insgesamt will das eigens ins Leben gerufene Investoren-Trio „Alter Bahnhof Waren Müritz GbR“, rund 1,5 Millionen Euro investieren.

„Wir haben von Anfang an mit einer gewissen Unterstützung gerechnet“, sagte André Melzer von der Ingenieurgesellschaft Nord Für Bauwesen (IGN) auf Nachfrage. Er ist einer der drei Geschäftspartner, die das Haus samt Grundstücken für etwas mehr als 90 000 Euro von der Stadt gekauft haben. Gemeinsam mit dem Kieler Oralchirurgen Dr. Felix Handy und IGN-Partner Arnim Voigtländer möchte er ein Medizinisches Zentrum auf dem Areal aufbauen. Alles mit dem Mund, könnte man meinen. Und das stimmt auch in gewisser Weise. Denn Zahnmedizin wird eine große Rolle in dem Haus spielen.

Drinnen wird fleißig gebaut

Aber zu sehen ist eben noch nicht viel von dem Vorhaben, wie so mancher Warener schon fragend bemerkte. „Innen passiert viel mehr als außen. Das ist im Moment leider noch so. Wir haben alles, was nicht genehmigungspflichtig ist, wie alte Verkleidungen und so, herausgerissen und warten nun auf die von uns beantragte Baugenehmigung, um richtige loslegen zu können“, sagte Melzer.

Da das Objekt unter Denkmalschutz stehe, hätten auch die Denkmalpfleger ein Wörtchen mitzureden. Der Fahrplan, im Oktober dieses Jahres anzutreten, sei eine Herausforderung, aber man wolle es schaffen.

Die Stadtvertreter haben am 16. März das letzte Wort, ob der „Schotter“ auf dem Warener Bahnhof tatsächlich anrollen wird.

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