Stadtjubiläum Waren:

750 Jahre: Geschichte(n) kommen fast zu spät

Historie wird in Jahrhunderten gemessen und nicht in Monaten. Vielleicht ein Grund dafür, das die Chronik zum Stadtjubiläum in Waren ein halbes Jahr später erscheint, als von den Organisatoren geplant. Aber eigentlich ist das Jubiläum auch gar nicht verbrieft.

Jobst-Peter Brach, Geschäftsführer bei Norddesign in Waren, zeigt das Deckblatt der Chronik, die gerade noch so im 750. Jahr der Stadt erscheinen soll.
Thomas Beigang Jobst-Peter Brach, Geschäftsführer bei Norddesign in Waren, zeigt das Deckblatt der Chronik, die gerade noch so im 750. Jahr der Stadt erscheinen soll.

„Wir haben den Zeitplan nicht einhalten können“, muss Warens Chefin des Organisationskomitees „750 Jahre Waren“, Christine Bülow, zerknirscht zugeben. Denn eigentlich war geplant, das rund 250 Seiten starke Büchlein zur Chronik der Stadt Waren schon im Sommer zum Fest-Wochenende allen Warenern und deren Gästen zum Verkauf anzubieten.

Das Vorhaben erwies sich aber als zu ehrgeizig. „Wir haben das alle unterschätzt“, gibt auch selbstkritisch der Autor der Chronik, Jürgen Kniesz, Direktor des stadtgeschichtlichen Museums, zu. „Ich dachte auch, das geht schneller.“ Aber gerade im Vorfeld des Festwochenendes im Juli und des historischen Stadtumzugs seien noch viele zusätzliche Aufgaben auf das Museum zugekommen, „beim besten Willen war das nicht zu schaffen“. Und außerdem: Aus der Zeit vor 1700 liegen kaum schriftliche Unterlagen in Waren vor, ein großer Stadtbrand 1699 habe vieles vernichtet. „Ich musste suchen, was aus dieser Zeit vielleicht noch im Landeshauptarchiv über Waren zu finden war.“ Auch das habe zusätzliche Zeit gekostet, mehr als gedacht.

Es habe technische und inhaltliche Probleme gegeben, sagt auch Christine Bülow. Auch der Auftrag der Stadtvertretung an die Verwaltung im Warener Rathaus, die Gestaltung der Chronik unter regionalen Unternehmen auszuschreiben, hätte Zeit gekostet. Nunmehr sei aber längst alles in Tüten und Papier und der Druckauftrag bestätigt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, berichtet Jobst-Peter Brach, Geschäftsführer von Norddesign in Waren. Sein Unternehmen hatte die Ausschreibung für das Layout gewonnen und alle Seiten an eine Druckerei in Friedland bei Neubrandenburg übergeben. Noch im November sollen 1500 Exemplare ausgeliefert und in Waren zum Verkauf angeboten werden.

Sein Werk trägt den Titel „Acht Jahrhunderte Alltag“ in Waren, sagt Autor Jürgen Kniesz. Der Verweis auf die 750 Jahre fehle im Titel, so der Museums-Chef, aus zwei Gründen. Einmal befinde sich die Stadt ja schon längst im achten Jahrhundert ihrer Geschichte. Und der zweite Grund: So ganz genau weiß nämlich niemand, ob Waren tatsächlich auch 1263 gegründet wurde. „Die Nachbarn in Malchow, Röbel und Penzlin besitzen wenigstens Gründungsurkunden, Waren aber nicht.“ Doch weil die Stadtväter seinerzeit 1963 beschlossen hatten, in dem Jahr eben die 700-Jahrfete zu feiern, sei man eben bei dieser Zahl geblieben.